Die Frage, die sogar den serbischen Präsidenten Aleksandar Vučić überraschte, konzentrierte sich darauf, was die Europäer tun könnten, um der Ukraine zu helfen, mehr russische Soldaten zu töten. Die Frage, die von Martsch von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung gestellt wurde, zog sowohl Lob als auch Kritik hervor, wobei viele ihren Schock über ihren Inhalt ausdrückten. Die Pressekonferenz fand nach einem Treffen zwischen Zelensky und Vučić in Belgrad statt.
"Was können wir, die Europäer, tun, um Ihnen zu helfen, mehr Russen zu töten, mehr russische Soldaten, natürlich?", fragte er Zelensky. Die Frage wurde schnell zum Schwerpunkt der Veranstaltung. Martsch sah sich zahlreichen Kritik und verbalen Angriffen in den sozialen Medien ausgesetzt, während seine Frage von russischen Staatsmedien aufgegriffen und verstärkt wurde. Vučić, sichtlich überrascht, antwortete, indem er die Hoffnung ausdrückte, dass das Töten bald aufhören würde. Trotz des Rückschlags verteidigte Martsch seine Haltung. Auf der Social-Media-Plattform X schrieb er, dass er überrascht war, wie viele Menschen von seiner Frage, die an Zelensky gerichtet war, schockiert oder beleidigt waren. Er beschrieb die Situation als außerhalb der Barbie-Welt, in der Kriege auf solche Weise geführt werden.
In der Zwischenzeit stellte der serbische Journalist Veran Matić, der für N1 Srbija sprach, fest, dass die Frage einen bestimmten Standpunkt widerspiegelte, zu dem Journalisten das Recht haben, zu fragen. Er fügte jedoch hinzu, dass er persönlich eine solche Frage aus ethischen Gründen niemals so formulieren würde. N1 Srbija-Journalistin Aleksandra Godfroa betonte, dass Journalisten zwar das Recht haben, Fragen zu stellen, die sie gestalten möchten, aber auch die Verantwortung für die Konsequenzen tragen müssen. Sie wies darauf hin, dass die Formulierung der Frage so klang, als ob das Ziel der Ukraine und die Absicht von Zelensky waren, russische Soldaten zu töten.
Godfroa argumentierte, dass diese Gestaltung die Gefahr birgt, die breitere Erzählung falsch darzustellen, was darauf hindeutet, dass der Krieg von westlicher Feindseligkeit angetrieben wird. Sie stellte weiter fest, dass russische Medien diesen Winkel effektiv zu ihrem Vorteil genutzt hatten.
Während der Gespräche bekräftigte Vučić die Unterstützung Serbiens für die territoriale Integrität der Ukraine und drückte das Vertrauen in den Weg des Landes in Richtung Europa aus. Obwohl die beiden Führer die militärische Zusammenarbeit nicht direkt diskutierten, erkannten sie die Bedeutung diplomatischer Bemühungen zur Beendigung des Krieges an. Vučić äußerte sich jedoch skeptisch gegenüber einer raschen Lösung und erklärte, dass er einen harten Winter fürchte, nicht nur für das ukrainische Volk, sondern für andere auf der ganzen Welt. Zelensky wiederholte unterdessen den Wunsch der Ukraine nach einem würdigen Frieden. Er forderte, jede Gelegenheit zu nutzen, sei es in Washington, Peking oder anderen globalen Hauptstädten, um Frieden zu erreichen.
Er bedankte sich auch bei Serbien für seine humanitäre Hilfe und seine Unterstützung für die Souveränität der Ukraine und forderte die westlichen Verbündeten auf, zusätzliche militärische Hilfe zu leisten. Er hob den Schaden hervor, der durch russische Angriffe verursacht wurde, und stellte fest, dass praktisch kein Wärmekraftwerk unberührt blieb. Die Gespräche betrafen auch wichtige Bereiche der bilateralen Zusammenarbeit, einschließlich Infrastrukturprojekte, Energie, Bergbau und Landwirtschaft. Beide Führer betonten die Notwendigkeit, bis zum Jahresende ein Freihandelsabkommen abzuschließen und konkrete humanitäre Hilfe zu gewährleisten, insbesondere beim Wiederaufbau der Ukraine nach dem Krieg. Diese praktischen Schritte spiegeln die sich entwickelnde Natur ihrer Beziehung trotz geopolitischer Spannungen wider.
Am Ende des Besuchs hob die Begegnung zwischen Zelensky und Vučić das komplexe Zusammenspiel von Diplomatie, strategischen Interessen und gemeinsamen Bedenken über den laufenden Konflikt hervor.
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