Die Frage des Antisemitismus innerhalb linker politischer Bewegungen ist in den letzten Monaten wieder aufgetaucht und lenkt die Aufmerksamkeit auf tief verwurzelte historische Muster, die weit über die zeitgenössischen Debatten über Israel hinausgehen.
Im März trat auch Andreas Büttner, der Antisemitismus-Kommissar für Brandenburg, zurück, nachdem er die antiisraelischen Resolutionen der Partei kritisiert hatte, die von ihrer Niedersachsen-Niederlassung verabschiedet wurden. Die Parteiführung, darunter Dietmar Bartsch, Gregor Gysi und Bodo Ramelow, gab eine Erklärung heraus, in der Aktivisten in ihren Reihen verurteilt wurden, die Israel unter dem Deckmantel des Antizionismus von der Landkarte löschen wollten.
Diese aktuelle Welle der Besorgnis über Antisemitismus unter linken Gruppen ist nicht neu, sondern spiegelt vielmehr langjährige Traditionen wider, die dem modernen Zionismus vorausgehen. Karl Marx, dessen Familie Wurzeln im Judentum hatte, verwendete antisemitische Stereotypen in seinen Schriften. 1844 schrieb er "Über die jüdische Frage", wo er argumentierte, dass die Emanzipation der Juden die Gesellschaft erfordern würde, sich vom jüdischen Einfluss zu befreien. Er beschrieb die jüdische Gemeinschaft als an Geld und Handel gebunden und schlug vor, dass ihre Befreiung das Ende solcher Praktiken bedeuten würde. Diese Ansichten wurden später von der Philosophin Hannah Arendt als Teil einer breiteren Tradition des linken Antisemitismus kategorisiert.
Der Historiker Franz Mehring, ein marxistischer Gelehrter, verteidigte Marx' antisemitische Rhetorik in seinem Werk "Geschichte der deutschen Sozialdemokratie", das 1898 veröffentlicht wurde. Obwohl Mehring selbst den Antisemitismus nicht offen unterstützte, enthielten seine Schriften häufig antisemitische Charakterisierungen. Er verwies auf "Geldjuden", "monetäre Oligarchie" und "parasitische Wucher". Er beschuldigte sogar Ferdinand Lassalle, eine der Gründerfiguren der deutschen sozialdemokratischen Bewegung, eine Sprache zu verwenden, die stark von antisemitischen Ideen beeinflusst war. Dies deutet darauf hin, dass antisemitische Themen in das frühe sozialistische Denken eingebettet waren, auch wenn einige Personen sie nicht ausdrücklich unterstützten.
Während der Weimarer Republik zeigte auch die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) deutliche Anzeichen von Antisemitismus. " Während einer Rede im Reichstag am 24. Juli 1924 verspottete er, wie der amerikanische Bankier Strauss in Bayern wie ein Prinz empfangen wurde, um zu diskutieren, wie amerikanische Banken die bayerischen Schifffahrtsrouten gestalten würden.
Rosenberg brach schließlich 1927 mit der KPD und floh nach dem Aufstieg der Nazis aus Deutschland. Sein Buch über die Ursprünge und die Geschichte der Weimarer Republik wurde zu einer Standardreferenz in der Geschichte.
Andere Mitglieder der KPD, darunter Albert Norden - ein konvertitierter rabbinischer Sohn, der später dem Politbüro der Sozialistischen Einheitspartei (SED) beitrat - zeigten ebenfalls antisemitische Tendenzen.
Das Wiederaufleben dieser historischen Spannungen unterstreicht die anhaltenden Herausforderungen innerhalb der linken Politik in Bezug auf Antisemitismus.
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