Am 29. Juni 2026 startete Singapur die Online Safety Commission (OSC), eine neue Regierungsstelle mit dem Ziel, Personen, die von Online-Schäden betroffen sind, Unterstützung und Abhilfe zu bieten. Diese Initiative markiert einen bedeutenden Meilenstein in den laufenden Bemühungen Singapurs, eine sicherere digitale Umgebung für seine Bürger zu schaffen. Die OSC wurde im Rahmen des Online Safety (Relief and Accountability) Act 2025 gegründet, das Anfang dieses Jahres in Kraft trat. Die Kommission wird sich zunächst auf die Bewältigung von fünf Hauptformen von Online-Schäden konzentrieren: Online-Belästigung (einschließlich sexueller Belästigung), Doxxing, Online-Stalking, intimer Bildmissbrauch und bildbasierter Kindesmissbrauch.
Im Laufe der Zeit wird der Geltungsbereich erweitert, um alle 13 Kategorien von Online-Schäden abzudecken, die nach dem Gesetz anerkannt werden, einschließlich Online-Impersonation, falschem Materialmissbrauch und Reputationsschäden.
Die Einführung des OSC erfolgt angesichts der wachsenden Besorgnis über die zunehmende Prävalenz von Online-Schäden, insbesondere da die Internetnutzung weltweit weiter zunimmt. Nach Angaben von Beamten sind viele Opfer von Online-Belästigung oft mit längeren Verzögerungen konfrontiert, wenn sie Schadensersatz von Online-Plattformen suchen, was mehrere Tage dauern kann, um zu antworten.
Die Online-Sicherheitskommission wird von Herrn Francis Ng, dem designierten Kommissar, geleitet. In seinen Bemerkungen betonte Ng die Wichtigkeit, die Interessen der Opfer in den Mittelpunkt der Arbeiten der Kommission zu stellen. Er hob die Dringlichkeit hervor, Probleme wie Bildmissbrauch, bildbasierter Kindesmissbrauch und Doxxing anzugehen, die schwere emotionale Belastung und sogar körperliche Schäden verursachen können. Die OSC plant, eng mit Online-Plattformen und Medienseiten zusammenzuarbeiten, um sicherzustellen, dass schädliche Inhalte schnell und effizient entfernt werden.
Um einen Bericht bei der OSC einzureichen, müssen die Opfer entweder Bürger Singapurs, ständige Einwohner sein oder eine bestimmte Verbindung zum Land haben. Berichte können über die offizielle Website der Kommission eingereicht werden, die während des gesamten Prozesses Anleitungen bietet. Einzelpersonen müssen detaillierte Informationen über den Vorfall bereitstellen, einschließlich Beschreibungen, URLs, Screenshots, Bilder und Videos. Darüber hinaus müssen die Opfer den Benutzernamen oder die Kontodaten des Täters angeben, falls bekannt. Für Minderjährige werden Eltern oder Erziehungsberechtigte ermutigt, Berichte in ihrem Namen einzureichen, während andere mit schriftlicher Genehmigung des Opfers auch Berichte einreichen können.
In Fällen von Online-Belästigung oder Stalking sind die Opfer zunächst verpflichtet, den Inhalt der entsprechenden Plattform zu melden. Wenn die Plattform nicht innerhalb von 24 Stunden angemessen reagiert, kann das Opfer die Angelegenheit an den OSC weiterleiten. Die Kommission arbeitet nach einer "No-wrong-door"-Richtlinie, was bedeutet, dass die Opfer sich an jede Regierungsbehörde wenden können, um Hilfe zu erhalten, und sie werden an die entsprechenden Ressourcen weitergeleitet. Sobald ein Bericht eingegangen ist, bewertet der OSC den Fall und gibt gegebenenfalls Anweisungen an den Täter, den Administrator der Online-Gruppe oder -Seite oder die Hosting-Plattform. Diese Anweisungen können die Entfernung schädlicher Inhalte oder die Einschränkung des Accounts des Täters beinhalten.
Die Nichteinhaltung solcher Anweisungen könnte zu strafrechtlichen Anklagen führen.
Der OSC hat sechs große Online-Dienstleister - Meta-Plattformen (Facebook und Instagram), HardwareZone-Foren, TikTok, X, YouTube und andere - als zusätzliche Verantwortlichkeiten im Rahmen der neuen Gesetzgebung aufgrund ihrer großen Reichweite und ihres Einflusses in Singapur identifiziert. Diese Unternehmen werden erwartet, dass sie uneingeschränkt mit der Kommission zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass schädliche Inhalte wirksam angegangen werden. Der OSC wird die Opfer über den Status ihrer Fälle und die ergriffenen Maßnahmen auf dem Laufenden halten. Darüber hinaus wurden die Polizei und ausgewählte Sozialdienststellen benachrichtigt, die Opfer an die entsprechenden Unterstützungsdienste zu verweisen.
Die Gründung der Online Safety Commission spiegelt Singapurs Engagement für die Förderung eines sicheren und verantwortungsvollen digitalen Ökosystems wider. Mit der Einführung dieser neuen Agentur hofft die Regierung, ein positives Online-Verhalten zu fördern und sicherzustellen, dass alle Bürger sich selbstbewusst in der digitalen Welt engagieren können.
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