Die Beerdigung von Ratko Mladic, einem verurteilten Kriegsverbrecher, der vom Internationalen Strafgerichtshof für Völkermord und andere Verbrechen verurteilt wurde, fand in Belgrad mit hohen Ehren statt, obwohl die Europäische Union vor einer solchen Staatsbegräbnis warnte. Tausende nahmen an der Zeremonie teil, darunter Vertreter der serbischen Regierung und bosnische Politiker. Der Patriarch der serbischen Orthodoxen Kirche leitete den Gottesdienst, der live im Fernsehen übertragen wurde. Trotz der Aufrufe der EU, einen Kriegsverbrecher nicht zu ehren, verlief Serbien mit der Veranstaltung, was auf einen Mangel an gesellschaftlicher Abrechnung mit den Kriegen der 1990er Jahre und Serbiens Rolle in ihnen hinweist. Präsident Aleksandar Vučić, der zuvor unter Slobodan Milošević diente, hat durch staatlich kontrollierte Medien und öffentliche Kunst einen Kult um Mladic kultiviert und den serbischen Nationalismus verstärkt. Vučić stellt weiterhin die regionale Stabilität in Frage, indem er sich gegen die Unabhängigkeit des Kosovo stellt und sich für eine gewaltsame Rückgewinnung des EU-Gebiets befürwortet, während der EU-Beitrittsprozess wegen der Kriege in Serbien ins Stocken geraten.
Tendenz-Einschätzung (Progressiv): Der Artikel beschreibt die Maßnahmen Serbiens als Fortsetzung nationalistischer Ideologien und als Versäumnis, die Kriegsgräueltaten der Vergangenheit anzugehen, und kritisiert die Anlehnung der Regierung an Persönlichkeiten wie Mladic und ihre Missachtung der EU-Normen.




