Der Exekutivrat des Rates des Friedensdurchführungsrates (PIC) in Bosnien und Herzegowina konnte bei seinem dritten Versuch keine Entscheidung über die Ernennung eines neuen Hohen Vertreters für die Internationale Gemeinschaft (OHR) treffen und die Konsultationen ohne Lösung fortsetzen. Der amerikanische Diplomat Louis Crishock bleibt vorläufiger Hoher Vertreter, nachdem er diese Rolle am 30. Juni übernommen wurde, mit einer Frist für eine dauerhafte Ernennung bis zum 14. August. Trotz mehrfacher Diskussionen mit Vertretern aus großen europäischen Ländern, den USA, Japan, Kanada, der Türkei und der Europäischen Kommission gab es keinen Konsens über den Namen des Kandidaten. Zu den vorgeschlagenen Kandidaten gehörten der italienische Diplomat Antonio Zanardi Landi und der französische Sonderbeauftragte René Trocquet, wobei einige den dänischen Diplomaten Peter Sørensen und einen anderen Diplomaten, Maurizio Massari, in Betracht brachten. Europäische Staaten und die USA stimmen darin überein, dass der neue Vertreter die vollen Befugnisse beibehalten muss und dass die Bedingungen für die Schließung des OHR an den "5+2" gebunden bleiben, der im Jahr 2008 eingeführte Rahmen ist.
Tendenz-Einschätzung (Mitte): Der Artikel stellt eine ausgewogene Darstellung der anhaltenden Pattsituation bei der Ernennung eines neuen Hohen Repräsentanten dar und hebt die unterschiedlichen Positionen zwischen den europäischen Staaten und den USA sowie die internen politischen Spaltungen in Bosnien und Herzegowina hervor.



