Eine kürzlich durchgeführte internationale Studie mit mehr als 3.000 Kindern fand keine direkte Korrelation zwischen der Menge an Bildschirmzeit und Entwicklungsproblemen im Alter von fünf oder zehn Jahren. " Die Forschung, die über ein Jahrzehnt durchgeführt wurde, verfolgte Kinder, deren Familien 2009 und 2010 befragt wurden, und lieferte Einblicke in die Auswirkungen der Bildschirmzeit auf die Entwicklung im Laufe der Zeit. Die Studie, die 2009 begann, untersuchte die langfristigen Auswirkungen der Bildschirmzeit auf die Entwicklung von Kindern. Die Forscher stellten fest, dass die heute für Kinder verfügbaren Technologien sich erheblich von denen vor einem Jahrzehnt unterscheiden, die ersten Ergebnisse jedoch darauf hindeuten, dass der Zusammenhang zwischen Bildschirmzeit und Entwicklungsverzögerungen nicht eindeutig ist.
Die Veröffentlichung des iPad in Australien im Jahr 2010 markierte einen Wendepunkt für den Zugang von Kindern zu digitalen Geräten, doch die Studie fand keine Beweise, die eine Verknüpfung der erhöhten Bildschirmzeit mit negativen Ergebnissen herstellen.
Armstrong betonte die potenziellen Vorteile digitaler Geräte für die soziale Entwicklung und wies darauf hin, dass das Problem nuancierter ist, als bisher angenommen. Professor Andrew Whitehouse, Autismusforscher am The Kids Research Institute Australia, warnte davor, aus der Studie endgültige Schlussfolgerungen zu ziehen. Er wies darauf hin, dass die 2009 untersuchten Kinder im Vergleich zur heutigen Jugend weit weniger mit der aktuellen Reihe intelligenter Geräte in Berührung kamen. Diese Entwicklung der Technologie wirft Fragen über die Relevanz der Ergebnisse der Studie für zeitgenössische Umstände auf, da moderne Kinder mit einer anderen Landschaft des digitalen Engagements konfrontiert sind.
Adam Guastella, ein klinischer Psychologe, der mit dem Sydney Children's Hospital in Westmead und der Universität von Sydney arbeitet, unterstrich, dass die Bildschirmzeit selbst nicht von Natur aus schädlich ist. Stattdessen hängt die Wirkung stark von den konsumierten Inhalten ab. Wiederholte Aktivitäten, die keine funktionelle Bedeutung haben, können die kognitive Entwicklung behindern, während ansprechende Inhalte, die Lernen und Problemlösung fördern, erhebliche Vorteile bieten können. Guastella betonte die Bedeutung des Ausgleichs von Bildschirmzeit mit persönlichen Interaktionen und körperlicher Aktivität zur Unterstützung der ganzheitlichen Entwicklung.
Nach Angaben des Australian Bureau of Statistics (ABS), die im Juni veröffentlicht wurden, verbringen australische Kinder im Alter von fünf bis 17 Jahren durchschnittlich zwei Stunden und 51 Minuten pro Tag mit sesshaften Freizeitaktivitäten vor dem Bildschirm. Nur eines von vier Kindern erfüllt die nationalen Gesundheitsrichtlinien, die nicht mehr als zwei Stunden solcher Bildschirmzeit täglich empfehlen, ohne Hausaufgaben. Diese Statistik unterstreicht die Notwendigkeit für Eltern, die Bildschirmzeit effektiv zu verwalten und sicherzustellen, dass sie andere wesentliche Aspekte des Lebens eines Kindes nicht überschattet. Experten sind sich einig, dass der Schlüssel darin liegt, die Inhalte zu verwalten, mit denen sich Kinder beschäftigen, und sicherzustellen, dass sie genügend Zeit außerhalb des Bildschirms für körperliche und soziale Interaktionen haben.
Wenn ein Kind Entwicklungsverzögerungen oder antisoziales Verhalten aufweist, liegt die Ursache möglicherweise anderswo als nur in der Bildschirmzeit. Eltern werden ermutigt, die Art der Inhalte zu überwachen, die ihre Kinder konsumieren, und sicherzustellen, dass die Bildschirmzeit positiv zu ihrer Gesamtentwicklung beiträgt. Die Ergebnisse der Studie stellen die vorherrschenden Erzählungen über die Gefahren der Bildschirmzeit in Frage und drängen auf einen gemessenen Ansatz, um ihre Rolle im Leben der Kinder zu verstehen.
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