Ein Richter hat die Einleitung einer groß angelegten Untersuchung der sogenannten "Schamprotokolle" angeordnet, die während der Pandemie in Madrids Pflegeheimen angewendet wurden und angeblich dazu geführt haben, dass gefährdete Bewohner von rechtzeitiger medizinischer Versorgung ausgeschlossen wurden. Das Urteil wurde von einem Gericht in Navalcarnero erlassen, das die Idee der getrennten Untersuchung einzelner Todesfälle ablehnte und stattdessen eine einheitliche Untersuchung der systemischen Anwendung dieser Protokolle forderte. Der Richter betonte, dass alle Fälle ein gemeinsames Kernproblem haben: ob es einen systematischen Ausschluss älterer Personen mit eingeschränkter Mobilität oder höherem Behinderungsgrad von der notwendigen Krankenhausversorgung gab.
Die Entscheidung folgt einer früheren Entscheidung eines Madrider Gerichts, das versuchte, einzelne Fälle auf der Grundlage von Opfern, Bedingungen und spezifischen Einrichtungen zu trennen. Der Richter in Navalcarnero widersprach diesem Ansatz und argumentierte, dass, obwohl jeder Fall verschiedene Opfer und Umstände betrifft, sie alle aus demselben zugrunde liegenden Problem stammen, der Umsetzung von Protokollen, die diktierten, ob die Bewohner in Krankenhäuser überwiesen wurden.
Die Entscheidung des Richters kommt unter wachsendem Druck von Interessengruppen, die seit langem argumentieren, dass die Protokolle zu einer weit verbreiteten Krise beigetragen haben. Marea de Residencias, eine solche Organisation, behauptet, dass zwischen März und April 2020 aufgrund dieser restriktiven Maßnahmen mehr als 7.000 Todesfälle in Madrider Pflegeheimen aufgetreten sind. Diese Zahlen basieren auf Daten, die von der Gruppe gesammelt wurden, die mehrere Fälle vor Gericht gebracht hat. Es ist ein großer Durchbruch, dass die Entscheidung des Richters einen großen Durchbruch darstellt. "Wir haben von Anfang an gesagt, dass die Protokolle die gemeinsame Ursache für die Tragödie waren", sagte die Quelle.
Die in Frage stehenden Protokolle waren Teil breiterer Einschränkungen, die in den frühen Stadien der Pandemie umgesetzt wurden. Sie zielten darauf ab, die Ausbreitung des Virus in Pflegeheimen zu begrenzen, indem sie die Überweisungen in Krankenhäuser einschränkten, es sei denn, bestimmte Kriterien wurden erfüllt. Kritiker argumentieren, dass diese Regeln die Bewohner mit größeren gesundheitlichen Schwachstellen unverhältnismäßig stark beeinflussten und ihnen den Zugang zu kritischer Versorgung verweigerten. Die rechtliche Herausforderung konzentriert sich darauf, ob diese Richtlinien konsequent angewendet wurden oder ob sie ein Muster systemischer Vernachlässigung widerspiegelten. Juristische Experten haben festgestellt, dass die Entscheidung des Richters einen Präzedenzfall für ähnliche Untersuchungen an anderer Stelle in Spanien schaffen könnte.
Das Urteil unterstreicht das Potenzial für kollektive Maßnahmen gegen institutionelle Praktiken, die möglicherweise gegen Menschenrechtsstandards verstoßen haben. Während der genaue Umfang der neuen Untersuchung noch diskutiert wird, ist es klar, dass der Schwerpunkt auf der Identifizierung von Diskriminierungsmustern statt auf der Behandlung einzelner Vorfälle liegen wird. Das Ergebnis dieses Falles könnte zukünftige politische Entscheidungen in Bezug auf die Altenpflege und Notfallprotokolle beeinflussen. Es kann auch zu einer weiteren Prüfung der Umsetzung von Richtlinien für die öffentliche Gesundheit in Hochrisiko-Umgebungen führen.
Derzeit geht der Prozess voran, in der Hoffnung, dass die Ergebnisse zu einem transparenten und gerechteren System der Pflege für ältere Menschen beitragen werden.
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