Eine wissenschaftliche Studie, die diese Woche in der Zeitschrift Nature veröffentlicht wurde, hat ergeben, dass die Provinz Chaco die illegale Abholzung der einheimischen Wälder über einen Zeitraum von 15 Jahren systematisch durch administrative Strategien gefördert hat, die den Umweltschutz untergraben.
Die Untersuchung wurde von den Biologen Matías Mastrangelo und Sebastián Aguiar von CONICET zusammen mit der Umweltwissenschaftlerin Vera Krause vom Julius-Kühn-Institut in Deutschland durchgeführt. Nach ihren Erkenntnissen führten zwischen 2009 und 2024 Regierungen unter der Leitung von drei verschiedenen Gouverneuren der Justicialist Party (PJ), Jorge Capitanich, Juan Carlos Bacileff Ivanoff und Domingo Peppo, sowie einer der United Civic Coalition (UCR), Leandro Zdero, eine Politik durch, die eine groß angelegte Entwaldung ermöglichte. Diese Maßnahmen beinhalteten die Änderung der Klassifizierung geschützter Waldzonen, um wirtschaftliche Aktivitäten zu ermöglichen, oft unter dem Deckmantel von rechtlichen Verfahren.
Der Gran Chaco, der sich über Teile Argentiniens, Boliviens und Paraguays erstreckt, ist das weltweit größte Trockenwaldökosystem. Zwischen 1985 und 2020 gingen fast 30% dieser Region verloren, wobei der Großteil der Zerstörung in Argentinien stattfand. 3 Millionen Hektar wurden gerodet, eine Fläche, die etwa der Größe der Provinz Santa Fe entspricht. Dieser Verlust hatte tiefgreifende ökologische Folgen und trug zum Rückgang der biologischen Vielfalt und zur Störung der regionalen Klimamodelle bei.
Gemäß dem Gesetz über einheimische Wälder müssen die Provinzen Land in drei Kategorien einteilen: rot (geschützt), gelb (niedrig belastende Aktivitäten erlaubt) und grün (Veränderungen mit Genehmigung erlaubt). Diese Klassifizierungen sollen den Schutz und die nachhaltige Nutzung gewährleisten. Die Studie ergab jedoch, dass die Behörden in Chaco diese Bezeichnungen systematisch änderten, um die Entwaldung zu ermöglichen.
Während solche Änderungen theoretisch in Ausnahmefällen gerechtfertigt sein könnten, argumentieren die Forscher, dass der Prozess zur Routine wurde. Sowohl das Gesetz über indigene Wälder als auch das Allgemeine Umweltgesetz enthalten das Prinzip der "Nicht-Rückführung", das die Senkung des Schutzniveaus für zuvor geschützte Gebiete verbietet. Trotzdem zeigt die Studie, dass diese Regeln konsequent ignoriert wurden.
Diese Aktion hob die wachsenden rechtlichen Herausforderungen hervor, mit denen sich die Bemühungen zum Schutz der verbleibenden Waldflächen konfrontiert sehen. Die Studie weist auch auf breitere Auswirkungen jenseits der Umweltzerstörung hin. Eine frühere Studie der Universität von Buenos Aires identifizierte drei wirtschaftliche Risiken, die mit der Abholzung verbunden sind: verminderte Produktivität aufgrund des Verlusts von Ökosystemdienstleistungen, eingeschränkter Marktzugang aufgrund strengerer Nachhaltigkeitsanforderungen und finanzielle Risiken, die sich aus internationalen Kreditinstituten ergeben, die umweltverantwortliche Produktionspraktiken fordern. Diese Faktoren unterstreichen das komplexe Zusammenspiel zwischen Umweltpolitik und wirtschaftlichen Interessen in der Region.
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