Das ukrainische Verteidigungsunternehmen DEMZ hat Pläne angekündigt, in eine neue Munitionsfabrik in Litauen zu investieren, was einen bedeutenden Schritt in der bilateralen Verteidigungszusammenarbeit darstellt. Das litauische Ministerium für Wirtschaft und Innovation bestätigte am Donnerstag die Investitionsvereinbarung und erklärte, dass DEMZ ein regionales Produktions- und Innovationszentrum im Land errichten wird.
Darüber hinaus wird das litauische Verteidigungsministerium eine Absichtserklärung mit DEMZ unterzeichnen, um zu untersuchen, wie die lokale Produktion des Unternehmens den Verteidigungsbedarf der Ukraine decken und widerstandsfähige Lieferketten in Europa stärken kann.
Nach Angaben von Alytus Bürgermeister Nerijus Cesiulis stellt das Projekt die bislang größte Investition in der Region dar, wobei Schätzungen zufolge Zehner Millionen Euro in die Stadt investiert werden. Der Bürgermeister von Prienai, Alvydas Vaicekauskas, bestätigte den Standort des neuen Munitionswerks.
Premierminister Mindaugas Sinkevičius betonte die Bedeutung des Projekts sowohl für die nationale Sicherheit als auch für das Wirtschaftswachstum. Er erklärte, dass Litauen die ukrainische Expertise und die Erfahrung auf dem Schlachtfeld nutzen würde, um NATO-Standard-Verteidigungsprodukte herzustellen. Wirtschaftsminister Grikšas stellte fest, dass die Investition hochqualifizierte Arbeitsplätze schaffen und zur Entwicklung eines breiteren Ökosystems litauischer Verteidigungsunternehmen rund um die DEMZ-Einrichtungen beitragen würde. Die in Litauen hergestellten Produkte werden in erster Linie den ukrainischen Streitkräften dienen, wobei verbündete Verteidigungsbedürfnisse einen sekundären Markt bilden.
Verteidigungsminister Robertas Kaunas hob die strategische Bedeutung der Investition hervor und erklärte, dass sie Litauen in die Lage versetzen würde, sich schneller an sich verändernde Bedingungen auf dem Schlachtfeld anzupassen. Er betonte die Bedeutung zusätzlicher Produktionskapazitäten, um auf sich verändernde Sicherheitsrisiken zu reagieren. Das Projekt entspricht der breiteren Strategie Litauens, seine Verteidigungsindustrie zu erweitern und die inländischen Produktionskapazitäten als Reaktion auf den anhaltenden Konflikt mit Russland zu stärken. Parallel untersucht Litauen auch Möglichkeiten, ausländische Investitionen in seinen Milchbereich anzuziehen.
Einer der größten Lebensmittel- und Einzelhandelskonzerne Saudi-Arabiens, die BinDawood Holding, erwägt Berichten zufolge Investitionen in die Milchindustrie Litauens, möglicherweise durch die Errichtung einer neuen Verarbeitungsanlage oder den Erwerb eines bestehenden Milchunternehmens.
Da die Zahl der Milchkühe im vergangenen Jahr erheblich zurückgegangen ist, haben die Landwirte ihre Betriebe aufgrund finanzieller Belastungen geschlossen.Trotz dieser Herausforderungen zeigte der Geschäftsführer der BinDawood Holding, Ahmad BinDawood, Interesse an Litauen, wo sichere Investitionsbedingungen und hochwertige Nahrungsmittelprodukte herrschen, und wies darauf hin, dass ein potenzieller Schwerpunkt auf dem Bau einer neuen Anlage oder der Nutzung der bestehenden Infrastruktur für Exportzwecke liegt.
Der Minister für Landwirtschaft Kęstutis Mažeika skizzierte die potenziellen Vorteile einer solchen Investition und schlug vor, dass sie den Zugang zum Markt Saudi-Arabiens verbessern und einen erhöhten Wettbewerb im litauischen Milchsektor einleiten könnte, was möglicherweise zu verbesserten Preisen für Rohstoffe führen könnte.
Der Wiederaufbau des Milchsektors würde jedoch eine anhaltende Stabilität der Milchaufnahmspreise und vorhersehbare Marktbedingungen erfordern, ein Ziel, das für viele lokale Landwirte noch weit entfernt ist.
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