Christopher Nolans The Odyssey, eine Adaption des antiken Epos von Homer, hat bei Kritikern und Zuschauern gleichermaßen heftige Debatten ausgelöst. Der Film, der Anfang dieses Monats Premiere feierte, wurde sowohl als filmischer Triumph als auch als Fehltritt in seiner Herangehensweise an die klassische Mythologie beschrieben. Während einige ihn als einen kühnen Versuch bezeichnen, die zeitlose Geschichte in das moderne Kino zu bringen, argumentieren andere, dass es dem Spektakel Vorrang vor der Substanz gibt und den Mythos in einem Meer von visuellem und auditivem Übermaß ertränkt.
Die Erzählstruktur ist fragmentiert, mit drei verschiedenen Handlungssträngen, die in der heutigen Itaka, dem antiken Troja und der mythischen Reise von Odysseus spielt, die so miteinander verwoben sind, dass die Zuschauer oft Schwierigkeiten haben, die Handlung zu verfolgen. Diese Technik, obwohl sie optisch auffällig ist, hat Kritik wegen ihres Mangels an Klarheit und emotionaler Tiefe hervorgerufen. Nolan, bekannt für seine komplexen Erzählungen und einfließenden Geschichten, scheint hier einen anderen Weg eingeschlagen zu haben.
Statt sich auf die psychologischen und philosophischen Dimensionen der Reise von Odysseus zu konzentrieren, stützt sich der Film stark auf seine visuellen und auditiven Elemente. Der Soundtrack, der durch den Film hindurch kontinuierlich läuft, wurde dafür kritisiert, übermächtig und ablenkend zu sein. Einige Rezensenten beschreiben ihn als eine ständige Präsenz, die die Subtilität der Erzählung untergräbt. Die Kinematographie, obwohl atemberaubend, überschattet oft den emotionalen Kern der Geschichte und lässt wenig Raum für Introspektion oder Charakterentwicklung. Die Wahl des Castings war auch ein Streitpunkt.
Der Film bietet eine vielfältige Besetzung, die griechische Soldaten in Troja darstellt, darunter Schauspieler mit afroamerikanischen, asiatischen und nordischen Merkmalen.
Odysseus, gespielt von Matt Damon, wird als müde und verwirrte Figur dargestellt, der die List und Belastbarkeit fehlt, die ihn in Homers Originaltext definieren. Penelope, gespielt von Anne Hathaway, wird durch eine Reihe von kurzen, emotional aufgeladenen Momenten gezeigt, anstatt durch einen anhaltenden Bogen des persönlichen Wachstums. Calypso, gespielt von Charlize Theron, bekommt eine Rolle, die sowohl mächtig als auch mehrdeutig ist, aber ihr Charakter fehlt die Tiefe, die sie wirklich überzeugend machen würde. Im Gegensatz zu Nolans Ansatz haben einige Filmemacher und Gelehrte auf frühere Adaptionen von Die Odyssee hingewiesen, die erfolgreicher waren, um das Wesen des Mythos zu erfassen.
So wurde beispielsweise Pier Paolo Pasolinis Die Rückkehr des verlorenen Sohnes (1975) für seine respektvolle Behandlung der klassischen Literatur und seine Fähigkeit, das emotionale Gewicht der Geschichte zu vermitteln, gelobt.
Doch auch unter diesen Bewundern wächst das Bewusstsein, dass der Erfolg des Films auf Kosten seiner literarischen Wurzeln kommen könnte. Während der Film weiterhin Diskussionen auslöst, ist eines klar: Die Odyssee stellt eine kühne, wenn auch umstrittene Interpretation einer klassischen Geschichte dar. Ob es als eine bahnbrechende Adaption oder eine verpasste Gelegenheit in Erinnerung bleiben wird, bleibt abzuwarten. Was sicher ist, ist, dass es eine Diskussion darüber ausgelöst hat, wie das moderne Kino sich alten Geschichten nähert und ob es sie ehren kann, ohne ihre dauerhafte Kraft aus den Augen zu verlieren.
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