Der Schweizerische Bundesrat hat nach dem Zusammenbruch der Credit Suisse strengere Vorschriften vorgeschlagen, die darauf abzielen, übermäßige Boni einzudämmen und Bankvorstände mehr zur Rechenschaft zu ziehen.
Die Initiative folgt auf die Finanzkrise, die durch das Scheitern der Credit Suisse ausgelöst wurde, die Schwachstellen im Bankensektor aufdeckte und Bedenken hinsichtlich der öffentlichen Finanzen, der wirtschaftlichen Stabilität und der staatlichen Unterstützung aufwarf. Der Bundesrat plant, für Institute mit mehr als 250 Mitarbeitern ein Verantwortungsregime im Bankengesetz einzuführen. Dies würde eine klare Benennung von Personen erfordern, die für bestimmte Entscheidungen verantwortlich sind, um die Unternehmenskultur und Risikomanagementpraktiken zu verbessern. Darüber hinaus möchte der Bundesrat die Stabilisierungs- und Abwicklungspläne für systemrelevante Banken verbessern und sicherstellen, dass sie besseren Zugang zu liquiden Mitteln der Zentralbank haben.
Die vorgeschlagenen Vorschriften zielen auch darauf ab, zu verhindern, dass die Steuerzahler, die Wirtschaft und der Staat wieder finanzielle Risiken tragen, die denen nach dem Debakel der Credit Suisse ähneln. Die Schweizer Finanzmarktaufsicht (Finma) und die Schweizerische Nationalbank (SNB) haben die neuen Vorschläge begrüßt. In einer Erklärung betonte die SNB, dass die Maßnahmen entscheidend sind, um die durch die Credit Suisse-Krise aufgedeckten regulatorischen Schwächen zu beheben und die Stabilität des Finanzsystems der Schweiz zu stärken.
Finma wiederholte diese Ansichten und nannte die Maßnahmen für die Stärkung der Bankenstabilität und des Rufs des Schweizer Finanzzentrums unerlässlich. Es betonte auch die Bedeutung der Umsetzung der Vorschläge als umfassendes Paket, um optimale Ergebnisse zu erzielen. Nach der überarbeiteten Liquiditätsverordnung beabsichtigt der Bundesrat, systemrelevante und mittelständische Banken hinsichtlich gesicherter Liquiditätsabhebungen von der Zentralbank quantitativ zu mindestpflichten. Kleinere Banken sind von dieser Anforderung ausgeschlossen. Der Vorschlag verleiht Finma auch zusätzliche Befugnisse, einschließlich der Möglichkeit, Geldbußen von bis zu zehn Prozent des jährlichen Betriebsergebnisses einer Bank zu verhängen.
Frühe Eingriffe sind geplant, um die Interessen der Kunden zu schützen, während die Behörde mehr Transparenz in abgeschlossene Durchsetzungsverfahren gewinnt. Die Vorschläge beinhalten ein Verbot von Anreiz-basierten Boni, die übermäßig risikoreiches Verhalten fördern. Variable Gehälter für Führungskräfte und hochkompensierte Mitarbeiter werden vor einer obligatorischen Wartezeit stehen, bevor sie ausgezahlt werden. Diese Maßnahme zielt darauf ab, Führungskräfteanreize mit langfristiger Stabilität anstatt kurzfristiger Gewinne in Einklang zu bringen. Der Bundesrat hatte diese Ideen zuvor im Juni 2025 skizziert und damit auf eine fortgesetzte Konzentration auf die Reform des Bankensektors zur Verhinderung zukünftiger Krisen hingewiesen.
Die Regierung ersucht die Öffentlichkeit über einen Konsultationsprozess um ihr Feedback, einschließlich von Finanzinstituten, Industrievertretern und der Öffentlichkeit. Die Konsultationsperiode ermöglicht eine weitere Verfeinerung der Vorschläge, bevor sie finalisiert werden. Der Bundesrat erwartet, dass die Maßnahmen zu einem widerstandsfähigeren Bankensystem beitragen, systemische Risiken verringern und das Vertrauen in den Finanzsektor wiederherstellen. Die Reformen spiegeln eine breitere Bemühung wider, sicherzustellen, dass der Bankensektor verantwortungsvoll und transparent arbeitet und sowohl das öffentliche Interesse als auch die wirtschaftliche Stabilität schützt.
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