Opera Australia startet seine Saison 2027 mit einer kühnen Mischung aus klassischen und zeitgenössischen Werken und signalisiert eine neue Richtung unter neuer Führung. Nach Jahren, die von Instabilität des Managements und finanziellen Herausforderungen geprägt waren, positioniert sich die Organisation für eine stabilere und ehrgeizigere Zukunft. Die Saison umfasst eine Reihe von Produktionen, die sowohl in Sydney als auch in Melbourne stattfinden werden, mit namhaften Namen wie David McVicars Interpretation von Wagners Tannhäuser und einer familienfreundlichen, steampunk-Version von Mozarts The Magic Flute. Zwei große australische Opern und die Rückkehr von Gilbert und Sullivan ins Sydney Opera House gehören auch zu den Highlights.
Die Saison 2027 markiert das Debüt von Amy Lane als neue Operndirektorin nach ihrer Amtszeit als künstlerische Leiterin des Kopenhagener Opernfestivals. Lane wird nach Abschluss ihrer Aufgaben in Dänemark in diesem Monat vollständig zur Opera Australia wechseln. Sie äußerte Optimismus über die Entwicklung des Unternehmens und stellte fest, dass das aktuelle Klima für strategische Planung und langfristiges Wachstum reif ist.
Die neue Führungsstruktur spiegelt die Verpflichtung zur Kontinuität und Klarheit wider, die sich vom vorherigen Umsatzmuster entfernt. Ein wichtiges Highlight der Saison ist die Inszenierung von Tannhäuser, die im Melbourne State Theatre statt im Sydney Opera House stattfinden wird. Diese Entscheidung kommt angesichts der laufenden Renovierungsarbeiten am letzteren Veranstaltungsort, die in den letzten drei Jahren die Programmierungsmöglichkeiten für Opernliebhaber in Melbourne eingeschränkt haben.
Tannhäuser benötigt ein größeres Orchester als die Kapazität des Joan Sutherland Theaters des Opernhauses, zusammen mit einer beträchtlichen Bläsergruppe außerhalb der Bühne. Die Vision des Regisseurs David McVicar für das Werk wurde laut Lane als "erregend" beschrieben, der seine Fähigkeit lobte, die komplexe Oper einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. In Sydney beginnt die Saison mit der lokalen Premiere von Puccinis La Bohème, die später im Jahr ihre Weltpremiere in Melbourne haben wird.
Darüber hinaus wird in Sydney eine Doppelveranstaltung französischer Einaktwerke stattfinden, darunter Ravels L'Enfant et les Sortilèges mit der gefeierten Mezzosopranistin Margaret Plummer und Poulenc's La Voix Humaine, eine ergreifende Ein-Frau-Oper, die sich um den letzten Telefonanruf einer Frau mit ihrem untreuen Liebhaber dreht.
Insgesamt stellt die Saison 2027 eine klare Verschiebung hin zu Vielfalt, Zugänglichkeit und künstlerischem Experimentieren dar und markiert ein vielversprechendes Kapitel in der Geschichte der Opera Australia.
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