Ein Teenager mit Autismus hat fünfzehn Mitarbeiter in einer Sozialfürsorgeeinrichtung verletzt, was tiefe systemische Fehler in Kroatiens Ansatz zur Unterstützung von Personen mit autistischem Spektrum mit schweren Verhaltensproblemen aufzeigt.Der Vorfall hat erneut zu Reformen innerhalb des Sozialfürsorgesystems des Landes geführt, für das Kritiker behaupten, dass es an angemessenen Ressourcen, Infrastruktur und Fachwissen fehlt, um solche Fälle effektiv zu bewältigen.
Nach Angaben des Ministeriums für Arbeit, Renten, Familie und Sozialpolitik (MROSP) wurden umfangreiche Anstrengungen unternommen, um sowohl die Institution als auch den Jugendlichen auf seine Integration in die Umwelt vorzubereiten.
Die Entscheidung erfolgte nach mehreren Vorfällen mit aggressivem Verhalten, darunter zwei Fälle, in denen die Einrichtung ein Krankenhaus kontaktierte, um Hinweise zu möglichen Maßnahmen wie körperlicher Zurückhaltung zu erhalten, auf die das Krankenhaus Berichten zufolge nicht reagierte.
Diese tragische Folge unterstreicht die Unzulänglichkeit der derzeitigen Systeme zur Unterstützung von Personen mit komplexen Bedürfnissen. Die Einrichtung kam zu dem Schluss, dass sie den spezifischen Anforderungen des Teenagers nicht gerecht werden konnte, insbesondere in Zeiten psychischen Verschlechterung, unter Berufung auf zahlreiche Einschränkungen innerhalb des Sozialsystems.
Darijo Jurišić, ein gesetzlicher Vertreter für Menschen mit Behinderungen, befürwortet seit langem die Einrichtung spezieller Einheiten innerhalb bestehender Rehabilitationszentren zur Bewältigung von Krisensituationen. Er betonte, dass sich das Problem in den letzten zwei Jahren verschlimmert hat und bemerkte, dass sich die Diskussionen um Autismus oft ausschließlich auf Kinder konzentrieren und die Realitäten von Erwachsenen mit Autismus, die fortlaufende Unterstützung benötigen, vernachlässigen.
Diese Veränderungen erzeugen einen enormen Druck auf die Familien, insbesondere auf die Mütter, die häufig ohne ausreichende Unterstützung allein leben müssen.
Jurišić hob den emotionalen und physischen Tribut hervor, den Pflegekräfte erfahren, und erklärte, dass sie oft gezwungen sind, sich allein mit gewalttätigen Episoden auseinanderzusetzen, ohne die notwendigen Werkzeuge oder Unterstützung zu haben. Er beschrieb, wie das System keine angemessenen Platzierungen bietet, entweder aufgrund fehlender verfügbaren Räume oder unzureichender Mitarbeiter. In vielen Fällen sind temporäre Unterkünfte schlecht für die Bedürfnisse von Menschen mit Autismus geeignet, es fehlen ausgebildetes Personal, sensorfreundliche Umgebungen und spezialisierte Räume, um sich während von Krisen zu beruhigen.
Das Fehlen von personalisierten Rehabilitationsprogrammen verschärft das Problem weiter und lässt Einzelpersonen und ihre Familien ohne wirksame Strategien, um herausforderndes Verhalten zu verhindern oder zu bewältigen. Jurišić erzählte mehrere tragische Fälle, darunter Fälle von Todesfällen bei Kindern und elterlichen Selbstmorden, und unterstrich die dringende Notwendigkeit umfassender Reformen.
Als Reaktion auf den Vorfall gab es Forderungen nach sofortigen Maßnahmen, um die Lücken im Sozialsystem zu schließen. Befürworter drängen die politischen Entscheidungsträger, in spezialisierte Einrichtungen zu investieren, die für die einzigartigen Bedürfnisse von Menschen mit Autismus ausgestattet sind, um sicherzustellen, dass sowohl das Personal als auch die Bewohner die Schulungen und Ressourcen erhalten, die zur Aufrechterhaltung einer sicheren und unterstützenden Umgebung erforderlich sind. Darüber hinaus wird zunehmend Wert auf die Entwicklung vorbeugender Maßnahmen gelegt, anstatt reaktive Lösungen zu entwickeln, um die Häufigkeit und Schwere von Krisen zu reduzieren, bevor sie zu gefährlichen Niveaus eskalieren.
Im Hinblick auf die Zukunft erwarten Experten eine verstärkte Kontrolle des Sozialsystems, was möglicherweise zu gesetzlichen Änderungen führen könnte, die darauf abzielen, die Bedingungen für Menschen mit Autismus und ihre Familien zu verbessern. Während der Weg zu sinnvollen Reformen unsicher bleibt, erinnert die jüngste Tragödie stark daran, dass es dringend notwendig ist, in psychische Gesundheitsdienste, die Unterstützung von Betreuern und integrative Gemeinschaftsstrukturen zu investieren, die allen Mitgliedern der Gesellschaft besser dienen können.
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