Ein in den USA ansässiges Unternehmen, Reflect Orbital, plant, ein Netzwerk von großen Weltraumspiegeln einzusetzen, die das Sonnenlicht auf die Erde reflektieren sollen und möglicherweise den Nachthimmel auf eine Weise verändern, die astronomischen Beobachtungen schaden und die natürliche Dunkelheit stören könnte. Laut einer aktuellen Studie könnte der Einsatz dieser Spiegel eine weit verbreitete Beleuchtung verursachen, wodurch der Nachthimmel deutlich heller wird als beabsichtigt. Reflect Orbital beabsichtigt, später in diesem Jahr einen Testsatelliten namens Eärendil-1 zu starten. Dieser Satellit wird einen 18-mal-18-Meter-Spiegel im Orbit verlängern und als Prototyp für zukünftige Satelliten mit 54 mal 54 Metern dienen.
Diese größeren Satelliten sollen nach Bedarf Sonnenlicht auf die Erde reflektieren, mit Anwendungen, die von der Verlängerung der Tageslichtstunden für die Aufladung von Solarmodulen bis hin zur Unterstützung von Notfallmaßnahmen und militärischen Operationen reichen.
Ein Team unter der Leitung von Miroslav Kocifaj, einem Astronomen an der Slowakischen Akademie der Wissenschaften, führte Untersuchungen über die möglichen Auswirkungen des reflektierten Lichts durch. Ihre Ergebnisse, die in einem Papier veröffentlicht wurden, das für die Veröffentlichung in der Astrophysical Journal Letters angenommen wurde, zeigen, dass ein einzelner Reflect Orbital-Satellit innerhalb seines beabsichtigten Zielbereichs, einem kreisförmigen Fleck von fünf Kilometern Durchmesser, 40 Mal heller als der Vollmond erscheinen könnte.
Olivier Hainaut, Astronom am Europäischen Südlichen Observatorium, erkannte die Bedeutung der Ergebnisse an. Er stellte fest, dass die Ergebnisse zwar nicht völlig unerwartet waren, aber die detaillierte Modellierung wertvolle Erkenntnisse lieferte. Hainaut hatte zuvor geschätzt, dass das reflektierte Licht den Himmel weltweit um bis zu 300% erhellen könnte, und diese neue Studie bietet ein umfassenderes Verständnis des Problems. Reflect Orbital CEO Ben Nowack hat seine Meinungsverschiedenheit mit den Schlussfolgerungen der Studie zum Ausdruck gebracht. Er argumentiert, dass einige der Annahmen von Kocifaj's Team ungenau sind.
Nowack betonte, dass das Unternehmen Schutzmaßnahmen, einschließlich Ausschlusszonen, zur Verringerung der Lichtstreuung umgesetzt habe. Er behauptete, dass Reflect Orbital sich mit wissenschaftlichen Bedenken befasst und Feedback in seine technologischen und betrieblichen Strategien integriert habe. Kocifaj wies jedoch darauf hin, dass das Unternehmen keine unterstützenden Daten für seine Behauptungen vorgelegt habe. Er erklärte, dass Reflect Orbital zwar Schutzmaßnahmen erwähnt und die Streuung anerkennt, aber keine spezifischen numerischen Daten, Modellbeschreibungen oder Annahmen weitergegeben habe. Ohne solche Informationen behauptet Kocifaj, dass ein sinnvolles technisches Engagement nicht möglich ist, da die Berechnungen der Studie konkrete Zahlen liefern.
Reflect Orbial plant, seine Satelliten in stark geneigten Umlaufbahnen zu positionieren, die sich fast von Pol zu Pol erstrecken. Diese Positionierung ermöglicht es den Satelliten, das Sonnenlicht während der Dämmerungsstunden zu reflektieren, wodurch das Tageslicht in ausgewählten Regionen effektiv verlängert wird. Die Vision des Unternehmens umfasst die Nutzung dieser Technologie zur Steigerung der Energieerzeugung, zur Unterstützung von Notdiensten und zur Unterstützung militärischer Operationen durch erweiterte Sichtbarkeit.
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