Das winzige Dorf Piddington in Oxfordshire ist zu einem zentralen Punkt in einer wachsenden nationalen Debatte über die Unterbringung von Asylbewerbern geworden. Mit nur 350 Einwohnern steht das Dorf, das einige Meilen südlich von Bicester liegt, vor der Aussicht, von 1.250 männlichen Asylbewerbern, die in der ehemaligen Bicester Garnison untergebracht sind, übertroffen zu werden. Der Plan, der Teil der Bemühungen der Regierung ist, die Nutzung von Hotels für die Unterbringung von Migranten schrittweise abzuschaffen, hat heftigen Widerstand der Einheimischen ausgelöst, die argumentieren, dass der Standort ungeeignet ist und der Entscheidungsprozess nicht transparent ist.
Die Bewohner von Piddington, von denen viele seit Jahrzehnten im Dorf leben, beschreiben den vorgeschlagenen Standort als unpraktisch und gefährlich. Das Gebiet, das durch enge Straßen und minimale Infrastruktur gekennzeichnet ist, grenzt an ein ehemaliges Gefängnis, HMP Bullingdon, und es fehlen grundlegende Annehmlichkeiten wie Gehwege und Straßenbeleuchtung.
Er kritisierte die Wahrnehmung, dass die Bewohner von Piddington sich weigern, zu nationalen Verantwortlichkeiten beizutragen, und nannte es beleidigend. Die Kontroverse erreichte ein neues Niveau, als der Gemeinderat von Piddington Pläne zur Abhaltung eines symbolischen Referendums darüber ankündigte, ob das Dorf sich vom Vereinigten Königreich trennen sollte.
Bekannte Persönlichkeiten, darunter der Tech-Mogul Elon Musk und der Komiker John Cleese, haben die Kampagne öffentlich unterstützt und ihre Sichtbarkeit verstärkt. Andy Burnham, der stellvertretende Premierminister, erkannte die Bedenken der Bewohner von Piddington an und erklärte, dass die Mittelschichtgebiete zur nationalen Anstrengung beitragen müssen, Asylbewerber aufzunehmen.
Er argumentierte, dass der Vorschlag, Asylsuchende in Piddington zu unterbringen, nicht nur unpraktisch sei, sondern auch die Rechte der lokalen Gemeinschaft untergrabe. "Wir zahlen Steuern, arbeiten hart und entscheiden uns dafür, in diesem Dorf zu leben", sagte er und fügte hinzu, dass der Ansatz der Regierung grundlegend fehlerhaft sei. Inzwischen seien die Spannungen über Asylunterkünfte an anderer Stelle in Großbritannien eskaliert, wobei Berichte von rechtsextremen Bürgerwehren über Häuser, in denen Asylsuchende wohnen, aufgegangen seien. In Thetford, Norfolk, führte eine Reihe von Angriffen auf Häuser mit mehreren Besetzungen (HMO) zu Evakuierungen und Verhaftungen.
Analysten warnen davor, dass solche Aktionen zu weiterer Gewalt führen könnten, zumal die Regierung zunehmend Asylsuchende in HMOs statt in Hotels verlegt. Das Innenministerium hat seine Strategie verteidigt und die Kosteneinsparungen und die Notwendigkeit, die Abhängigkeit von Hotels zu reduzieren, angeführt. Beamte argumentieren, dass ehemalige militärische Standorte sichere, eigenständige Umgebungen für Asylsuchende bieten. Kritiker widersprechen jedoch, dass diese Standorte oft schlecht in die umliegenden Gemeinden integriert sind und Risiken für die öffentliche Sicherheit darstellen.
Mit der Annäherung an das Referendum bleibt das Dorf ein Symbol für den Widerstand an der Basis in einer zunehmend polarisierten politischen Landschaft.
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