Im Herzen der alten Tee-Hauptstadt Japans, Uji, steigt die Nachfrage nach Matcha trotz steigender Preise und Produktionsprobleme weiter. In Horii Shichimeien, einem der ältesten Tee-Läden in der Region, warten die Kunden geduldig auf ihre Chance, das wertvolle grüne Pulver zu kaufen. Der Laden, der für seinen preisgekrönten Matcha bekannt ist, verkauft jetzt Dosen zu einem Preis von fast 170 US-Dollar pro Stück, drei- bis fünfmal so hoch wie vor fünf Jahren. Dieser starke Anstieg spiegelt eine breitere Verschiebung des Marktes wider, die sowohl durch das inländische als auch durch das internationale Interesse an dem delikaten japanischen Tee getrieben wird. Chotaro Horii, Präsident von Horii Shichimeien, erkennt die Versorgungsbelastung an.
"Der japanische Tee war im Abwärtstrend, aber der Matcha-Boom in Übersee hat uns gerettet", erklärte er. "Der Erfolg hat jedoch neue Herausforderungen mit sich gebracht. Da die Nachfrage das Angebot übertrifft, muss das Unternehmen Effizienz mit Qualität in Einklang bringen. Die Herstellung von Matcha ist ein akribischer Prozess, der mit dem Anbau von Tencha beginnt, den speziellen Teeblättern, die zur Herstellung von Matcha verwendet werden. Diese Blätter werden vor der Ernte 20 bis 40 Tage lang schattiert, um die tiefe Farbe und den reichen Geschmack zu gewährleisten, die für Matcha Premium charakteristisch sind.
Nach dem Trocknen und Entmauschen werden die Blätter mit traditionellen Steinmühlen gemahlen. Jede Mühle produziert nur 40 Gramm Matcha pro Stunde, was die arbeitsintensive Natur des Handwerks unterstreicht. Horii Shichimeien betreibt etwa 80 solcher Mühlen, die unter sieben lokalen Teebauern geteilt werden, um die Kosten zu verwalten. Nur 10 dieser Mühlen sind der Herstellung von hochwertigem Matcha gewidmet, was die Exklusivität des Produkts unterstreicht. Trotz dieser Bemühungen steht Japan vor einer wachsenden Lücke zwischen Nachfrage und Angebot.
Im Jahr 2025 überstiegen die Exporte 12.600 Tonnen, was einem Anstieg von 43 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Während sich die Tencha-Produktion im vergangenen Jahrzehnt mehr als verdreifacht hat und 2025 über 6.200 Tonnen erreicht hat, besteht die Herausforderung. Diese Situation hat dazu geführt, dass alternative Produzenten, insbesondere in China, näher betrachtet werden. In den abgelegenen Bergen der Provinz Guizhou ist die Stadt Tongren zu einem wichtigen Akteur auf dem weltweiten Matcha-Markt geworden.
Als sich die weltweite Nachfrage nach Matcha ausdehnte, begannen die lokalen Regierungen, die Teebauern zu fördern, indem sie finanzielle Anreize und technische Unterstützung boten. Diese Initiative verwandelte zuvor unproduktive Landflächen in eine blühende Matcha-Lieferkette.
Laut der China Tea Marketing Association belieferte China im Vorjahr rund 70 Prozent des weltweiten Matcha-Marktes und produzierte über 12.000 Tonnen. Unter den chinesischen Produzenten sticht Gui Tea hervor, der im gleichen Zeitraum mehr als 2.500 Tonnen verkauft hat. Ein erheblicher Teil dieser Produktion wurde in über 50 Länder exportiert, was Chinas Rolle bei der Deckung der globalen Nachfrage weiter festigt.
Beide Nationen stehen vor einzigartigen Herausforderungen: Japans handwerklicher Ansatz im kleinen Maßstab steht im Gegensatz zu Chinas großtechnischen, industriellen Methoden. Dennoch zeigt der weltweite Appetit auf Matcha keine Anzeichen eines Abfalls, was zu anhaltenden Diskussionen über Nachhaltigkeit, Qualität und die Zukunft dieses beliebten grünen Tees geführt hat.
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