Thales Alenia Space und Airbus Defence and Space führen derzeit Tests an der Intersatelliten-Kommunikationstechnologie durch, die für die zweite Generation des europäischen Satellitennavigationssystems Galileo vorgesehen ist. Diese Innovation zielt darauf ab, Satelliten innerhalb der Galileo-Konstellation in die Lage zu versetzen, direkt miteinander im Orbit zu kommunizieren und Daten über Zeit und Position auszutauschen. Laut der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) wird diese Fähigkeit von beiden Unternehmen umfassend getestet, um ihre Zuverlässigkeit während der Betriebsdauer der Satelliten zu gewährleisten.
Derzeit sind Galileo-Satelliten für die Kommunikation auf Bodenstationen angewiesen. Ein Satellit sendet Daten an eine Bodenstation, die dann die Informationen an den empfangenden Satelliten weiterleitet.
Die zweite Generation der Galileo-Satelliten ist mit zwei Endgeräten ausgestattet, die jeweils über eine eigene Antenne verfügen. Diese Antennen sind so konzipiert, dass sie sich alle 40 Sekunden neu ausrichten, um auf einen anderen Satelliten hinzuweisen.
Die Tests sind seit mehreren Monaten im Gange und umfassen Millionen von Ausrichtungsoperationen, um ihre Funktionalität zu überprüfen. Thales Alenia Space hat Anfang des Jahres seine letzten Tests abgeschlossen, während Airbus seine Tests Ende letzten Jahres abgeschlossen hat. Airbus hat bereits die ersten Antennen-Ausrichtungssysteme an seine Tochtergesellschaft Tesat-Spacecom geliefert, wo sie in die Satelliten integriert werden.
Die Entwicklung der zweiten Generation der Galileo-Satelliten schreitet laut der ESA rasch voran. Dies schließt Fortschritte in der Bodeninfrastruktur ein, die notwendig ist, um die neuen Satelliten nahtlos in die bestehende Galileo-Konstellation zu integrieren. Trotz der Einführung von Intersatellitenverbindungen bleibt das Bodensegment von entscheidender Bedeutung. Es überwacht weiterhin die Satelliten, gibt Korrekturmeldungen aus und dient als zentrale Steuerungseinheit für die Konstellation. Die Intersatellitenverbindungen verbessern die Robustheit des Systems, ermöglichen zusätzliche Zeitsynchronisierung und Entfernungsmessungen und verbessern so die Gesamtleistung von Galileo.
Das Galileo-Satellitennavigationssystem wurde im Dezember 2016 nach zahlreichen Streitigkeiten und Verzögerungen verfügbar. Die letzten vier Satelliten der ersten Generation sollen in diesem und im nächsten Jahr in Paaren gestartet werden. Die ersten beiden Satellitenpaare der zweiten Generation sollen bereits 2027 gestartet werden. Jeder Start wird mit der aktuellen europäischen Schwerlastrakete Ariane 6 durchgeführt.
Die Integration der intersatellitenbezogenen Kommunikation in das Galileo-System stellt einen bedeutenden technologischen Fortschritt dar. Durch die direkte Kommunikation der Satelliten untereinander wird das System widerstandsfähiger und effizienter. Dies reduziert die Abhängigkeit von Bodenstationen und gewährleistet den kontinuierlichen Betrieb auch unter schwierigen Bedingungen. Die Fähigkeit, präzise Zeitsynchronisierung und Entfernungsmessungen durchzuführen, erhöht die Genauigkeit und Zuverlässigkeit des Navigationssystems und macht es wettbewerbsfähiger gegenüber globalen Gegenstücken wie GPS und GLONASS.
Die erfolgreiche Implementierung dieser Technologie hängt stark von der Zusammenarbeit mehrerer Organisationen ab, darunter die ESA, Thales Alenia Space, Airbus Defence and Space und Tesat-Spacecom. Jede Einheit spielt eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung, Erprobung und Integration der notwendigen Komponenten.
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