Giuseppe Conte, ehemaliger italienischer Premierminister und derzeitiger Führer der Fünf-Sterne-Bewegung, erschien vor der parlamentarischen Kommission, die den Umgang mit der COVID-19-Pandemie untersuchte, und verteidigte die Entscheidungen seiner Regierung während der Krise. Während der Anhörung beschuldigte Conte die Kommission, als "Todeskommando" gegen ihn eingesetzt worden zu sein, und erklärte, dass er kein Fehlverhalten begangen habe. Er betonte, dass politische Entscheidungen mit dem Input wissenschaftlicher Experten getroffen wurden, obwohl die letztendliche Verantwortung bei der Regierung lag. Conte verteidigte die Verwendung von Dekretgesetzen (DPCM) als das am besten geeignete Werkzeug für die einheitliche Umsetzung von Maßnahmen im ganzen Land.
Er erklärte, dass diese Dekrete auf der Grundlage von Empfehlungen des Gesundheitsministeriums, der Konsultationen mit anderen Ministerien, Regionen und dem technisch-wissenschaftlichen Ausschuss verabschiedet wurden. Die DPCM wurde als ein flexibles Instrument beschrieben, das schnelle Reaktionen auf sich ändernde Bedingungen ermöglicht. Conte stellte fest, dass Einzelpersonen diese Dekrete vor Verwaltungsgerichten anfechten konnten, aber sie für den effektiven Schutz der Bürger unerlässlich blieben. Der ehemalige Premierminister befasste sich mit der Frage, ob während der Pandemie Notfallbefugnisse aktiviert werden sollten. Er erklärte, dass solche Befugnisse vorhanden waren, aber als bewusste politische Wahl absichtlich vermieden wurden.
Stattdessen konzentrierten sich die Bemühungen auf die Aufrechterhaltung des Dialogs mit den regionalen Behörden, um die Zusammenarbeit und Stabilität innerhalb der Gemeinden zu gewährleisten. Dieser Ansatz half laut Conte, den demokratischen Rahmen und das Machtgleichgewicht trotz der beispiellosen Herausforderungen des Virus zu bewahren. In seinen Bemerkungen kritisierte Conte diejenigen, die von der Krise profitierten, und nannte sie eher "Spekulanten" als wahre Patrioten.
Conte hob auch die Rolle Italiens bei der Gestaltung der europäischen Erholung durch den Nationalen Erholungs- und Widerstandsfähigkeitsplan (PNRR) hervor. Er verglich seine Auswirkungen mit dem Vertrag von Maastricht und stellte fest, dass er einen Wendepunkt in der europäischen Geschichte markierte, indem er einen solidarischen Interventionsplan einführte. Diese Initiative, so argumentierte er, befasse sich mit gemeinsamen öffentlichen Schuldenfragen, die zuvor als Tabu angesehen wurden. Während der Anhörung bekräftigte Conte, dass Italien während der Pandemie international als Vorbild diente. Seine Erklärungen spiegelten eine breitere Erzählung von Widerstandsfähigkeit und strategischer Regierungsführung wider und positionierten Italien als einen Schlüsselspieler sowohl in inländischer als auch europäischer Angelegenheiten.
Die Anhörung unterstrich die anhaltende Debatte über das Gleichgewicht zwischen Wissenschaft und Politik im Krisenmanagement, wobei Conte behauptete, dass zwar Expertenberatung angestrebt wurde, die endgültigen Entscheidungen jedoch immer von gewählten Beamten getroffen wurden.
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