Südkorea hat erfolgreich seine ersten technischen Flugversuche der Chonryeon-Kreuzfahrtrakete durchgeführt, die speziell entwickelt wurde, um tief befestigte unterirdische Strukturen anzugreifen. Dies markiert einen bedeutenden Meilenstein nach zwei früheren erfolglosen Versuchen Anfang dieses Jahres. Der Test fand am 25. Juni auf der Basis des 3. Trainings- und Kampfflügels statt, wo sich die Rakete von einem leichten Angriffsflugzeug trennte, ihr Antriebssystem in der Luft entzündete und stabile Flugschritte ausführte, die zuvor bei Starts im Januar und März fehlgeschlagen waren.
Der Chonryeon, auch bekannt als "Himmlischer Drache", wird als Reaktion auf das ausgedehnte Netzwerk von Untergrundbunkern und Kommandozentren Nordkoreas entwickelt, von denen sich viele in bergigen Regionen befinden. Diese Einrichtungen sind für konventionelle Luftbomben fast unzugänglich, was die neue Rakete für den Angriff auf solche gehärteten Ziele unerlässlich macht.
Die Chonryeon wird ungefähr 90% der Penetrationsfähigkeit der Taurus aufrechterhalten und einen noch effektiveren Sprengkopf aufweisen, der auf die Zerstörung von mehrschichtigen Betonuntergrundstrukturen zugeschnitten ist.
Die Rakete verfügt über ein kombiniertes Lenkungssystem, das eine Genauigkeit von ein bis zwei Metern erreichen kann, auch unter Bedingungen von GPS-Störungen. Um die Wahrscheinlichkeit der Erkennung zu verringern, wird sie in geringer Höhe fliegen, und ihr Aufbau zusammen mit speziellen Beschichtungen wird die Radarsichtbarkeit minimieren.
Wenn das Programm nach Plan voranschreitet, wird die Entwicklung der Chonryeon voraussichtlich bis 2028 abgeschlossen sein, wobei die Serienproduktion ab 2029 beginnt. Der Einsatz im aktiven Dienst wird in den frühen 2030er Jahren erwartet.
Südkorea plant, die importierten Taurus-Raketen schrittweise durch inländisch produzierte Chonryeons zu ersetzen. Zuvor kaufte das Land 260 Taurus-Raketen, aber Militärbeamte glauben, dass diese Zahl für potenzielle Konflikte auf der koreanischen Halbinsel unzureichend ist. Die inländische Produktion zielt darauf ab, die nationale Unabhängigkeit bei der Schaffung hochpräziser Langstreckenwaffen zu gewährleisten und die Abschreckung Südkoreas gegen Nordkorea zu stärken.
Neben dem Chonryeon-Projekt arbeiten Südkorea und Deutschland an der Entwicklung einer neuen Flugabwehrrakete namens C-PGM/ESHORAD zusammen. Diese Rakete wurde von der deutschen Firma Rheinmetall und der südkoreanischen Firma LIG Defense & Aerospace entwickelt und kann zur Abfangenführung von geleiteten Bomben oder präzisionsgelenkten Munition verwendet werden.
Mit der geplanten Integration in verschiedene Kampfflugzeuge und dem eventuellen Ersatz ausländischer Systeme positioniert sich Südkorea, um regionale Sicherheitsbedenken besser anzugehen und gleichzeitig die Abhängigkeit von externen Lieferanten zu reduzieren.
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