Ein andauernder Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo scheint laut Angaben von Gesundheitsbeamten und dem afrikanischen Zentrum für Krankheitskontrolle und Prävention (Africa CDC) der tödlichste in der Geschichte zu werden. Bis Ende August hat der Ausbruch mehr als 2.300 Menschenleben gefordert, was die Zahl der bisher schlimmsten Ebola-Krise im Land übertrifft, die zwischen 2018 und 2020 auftrat. Mit fast 5.300 bestätigten Fällen wächst der Ausbruch in alarmierendem Tempo, wobei Prognosen darauf hindeuten, dass er dreimal so groß sein könnte wie die aktuellen Zahlen. Der Ausbruch, der dem Bundibugyo-Stamm des Ebola-Virus zugeschrieben wird, wurde am 15. Mai offiziell erklärt.
Vorläufige Untersuchungen deuten jedoch darauf hin, dass das Virus bereits im Februar, mehrere Monate vor der offiziellen Ankündigung, in der Bergbaustadt Mongbwalu in Umlauf gekommen sein könnte. Diese verspätete Erkennung hat die Eindämmungsbemühungen erschwert und es dem Virus ermöglicht, sich weiter zu verbreiten als ursprünglich erwartet. Gesundheitsbeamte warnen, dass der Ausbruch viel schneller voranschreitet als die vorherigen.
Im Vergleich dazu hatte der Ebola-Ausbruch in Westafrika von 2014 bis 2016, der über 11.000 Todesfälle zur Folge hatte, am Ende seiner Dauer 28.000 Fälle erreicht. Die Kontaktverfolgungsbemühungen sind immer noch unzureichend, da bisher nur 16 Prozent der erwarteten Kontakte verfolgt wurden. Experten schätzen, dass die tatsächliche Anzahl der Fälle aufgrund des begrenzten Bewusstseins der Bevölkerung und der Herausforderungen bei der Erreichung abgelegener Gebiete deutlich höher ist. Viele Menschen zögern, medizinische Hilfe zu suchen, entweder aufgrund des Misstrauens gegenüber Gesundheitsdienstleistern oder des Glaubens, dass der Ausbruch nicht real ist. Traditionelle Heilpraktiken werden oft über moderne medizinische Interventionen bevorzugt, was die Bemühungen um die Ausbreitung weiter zu verkomplizieren.
Der Ausbruch hat sich über sein ursprüngliches Epizentrum hinaus ausgeweitet, wobei inzwischen Fälle in fünf Provinzen gemeldet wurden, darunter die zuvor nicht betroffene Provinz Bas-Uele. Diese Ausbreitung deutet darauf hin, dass das Virus in Regionen, die keine vorherige Exposition hatten, an Dynamik gewinnt. Trotzdem zeigen einige Gebiete Anzeichen einer Besserung. Zum Beispiel hat die Provinz Süd-Kivu 79 Tage lang keine neuen Fälle gemeldet, was auf lokalisierte Eindämmungserfolge hindeutet.
Obwohl der Impfstoff nicht speziell auf den Bundibugyo-Stamm zugeschnitten ist, wird er in einer klinischen Studie zusammen mit der Verteilung an Frontarbeiter eingesetzt. Darüber hinaus untersuchen Forschungsinitiativen den potenziellen Kreuzschutz gegen bestehende Impfstoffe, die auf andere Stämme von Ebola und verwandte Viren wie Marburg abzielen. Das Engagement der Gemeinschaft erweist sich als entscheidend für die Bewältigung des Ausbruchs. Lokale Motorradfahrer, die häufig Patienten und verstorbene Personen transportieren, werden als Teil der Reaktionsstrategie rekrutiert. Ihr Engagement hilft bei der Identifizierung neuer Fälle und bei der Sicherstellung rechtzeitiger Tests und Behandlungen.
Die Bemühungen konzentrieren sich auch auf die Verbesserung der Bestattungspraktiken, um eine weitere Übertragung durch kontaminierte Umgebungen zu verhindern. Die Gesundheitsinfrastruktur wurde durch die Hinzufügung von 400 neuen Betten in Behandlungsstätten und den Einsatz zusätzlicher Epidemiologen und Gesundheitspersonal in der Gemeinschaft gestärkt.
Dr. Thierno Baldé, WHO-Incident Manager für die Bundibugyo-Virus-Krankheit in der Demokratischen Republik Kongo, stellte fest, dass die Teams trotz der Herausforderungen unermüdlich an der Bewältigung der Situation arbeiten. Er beschrieb die Reaktion als vielschichtig, wobei sowohl technische als auch gemeinschaftsbasierte Strategien zur Bewältigung der komplexen Dynamik des Ausbruchs eingesetzt werden. Da sich die Situation rasch entwickelt, beobachten die Gesundheitsbeamten die Entwicklungen weiterhin genau. Der Notfallkomitee der Internationalen Gesundheitsvorschriften wird sich erneut treffen, um die aktuellen Risikoniveaus zu bewerten und den betroffenen Ländern Orientierung zu geben.
Da sich der Ausbruch weiter ausbreitet, liegt der Schwerpunkt weiterhin auf der Ausweitung der Eindämmungsmaßnahmen und der Stärkung der Beteiligung der Gemeinschaft an den Maßnahmen.
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