Der Oberste Gerichtshof Kanadas bestätigte eine obligatorische Mindeststrafe für ein spezifisches Sexualverbrechen gegen Minderjährige, ein Gesetz, das während der Amtszeit des ehemaligen Premierministers Stephen Harper erlassen wurde. Die Gesetzgebung von 2014 verlangte von Richtern, mindestens sechs Monate Gefängnis für Erstverbrecher zu verhängen, die versuchten, sexuelle Dienstleistungen von Personen unter 18 Jahren zu erwerben. Während frühere Gerichte, einschließlich des Obersten Gerichtshofs selbst, zuvor solche strengen obligatorischen Mindeststrafen nach der Charta der Rechte und Freiheiten für verfassungswidrig erklärt hatten, kehrte diese Entscheidung diese Haltung um. Das Urteil, das von den Richtern Suzanne Michelle Côté und O.Bonsawin mit Unterstützung des Obersten Richters Richard Wagner verfasst wurde, konzentrierte sich auf hypothetische Szenarien, um zu beurteilen, ob die Mindeststrafe gegen die Charta verstoße.
Tendenz-Einschätzung (Mitte): Der Artikel behandelt zwar ein politisch belastetes Thema im Zusammenhang mit der Justizpolitik und der Gesetzgebung der vergangenen Regierung, bleibt aber weitgehend neutral und präsentiert sowohl den historischen Kontext bezüglich der Politik der Harper-Ära als auch die jüngsten gerichtlichen Entscheidungen ohne offensichtliche ideologische Neigung.

