El Obeid, eine Stadt im Bundesstaat Nord-Kordofan, ist zu einem Schwerpunkt des anhaltenden Konflikts im Sudan geworden. Die Einwohner beschreiben ihr tägliches Leben unter ständigem Luftangriff, wobei Drohnenangriffe zu einem Routinebestandteil ihrer Existenz geworden sind. Die Situation hat sich in den letzten Monaten erheblich verschlechtert, was durch abnehmende Wasserversorgung, steigende Lebensmittelpreise und schwere Störungen der wesentlichen Dienstleistungen gekennzeichnet ist. Da die Stadt als kritischer Verkehrsknotenpunkt dient, der östliche und zentrale Regionen, die von den sudanesischen Streitkräften kontrolliert werden, mit westlichen Gebieten verbindet, die von den Rapid Support Forces (RSF) dominiert werden, hat ihre strategische Bedeutung sie zu einem Ziel für beide Seiten gemacht.
Die Bevölkerung der Stadt ist aufgrund der Vertreibung angeschwollen, mehr als eine halbe Million Einwohner leben derzeit dort, darunter viele Binnenvertriebene. Dieser Zustrom hat die bereits fragile Infrastruktur und die begrenzten Ressourcen zusätzlich belastet. Laut lokalen Berichten ist die Häufigkeit von Drohnenangriffen dramatisch gestiegen, was das Leben für Zivilisten immer gefährlicher macht. Huda Omar, Mutter von zwei Kindern, beschrieb, wie diese Angriffe zu einem Teil des täglichen Lebens geworden sind. Sie stellte fest, dass Hunger und Durst ertragen werden können, aber die Angst, von Drohnen angegriffen zu werden, allgegenwärtig ist.
Sujood Al-Rasheed, eine 23-jährige, die Finanzbuchhaltung studiert, erzählte, wie ihre Klassen häufig davon abhängen, ob die Lehrer den Campus erreichen können. Der öffentliche Verkehr ist unzuverlässig geworden, da die Busse unregelmäßig fahren und die Fahrpreise steigen. Die Anwesenheit von Drohnen in der Luft erhöht das Gefühl der Unsicherheit, da sie sowohl militärische als auch zivile Ziele wahllos angreifen. Die humanitäre Krise in El Obeid spiegelt die Entwicklungen in El Fasher wider, einer anderen Stadt in Darfur, die eine längere Belagerung durch die RSF erlitt. Über 18 Monate lang umringte die RSF El Fasher, was zu Massenmorden, sexueller Gewalt, Entführungen und ethnisch motivierten Gräueltaten führte.
Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International haben diese Aktionen als Verbrechen gegen die Menschlichkeit und ethnische Säuberung verurteilt, während die Ermittler der Vereinten Nationen Anzeichen eines Völkermords identifiziert haben.
Er betonte die Notwendigkeit einer sofortigen Intervention, um eine Wiederholung der Schrecken in El Fasher zu verhindern. Inzwischen steht die Versorgung mit externer Hilfe vor wachsenden Herausforderungen. RSF-Drohnen überwachen die Hauptstraße nach El Obeid und zielen auf Lastwagen mit Nahrungsmitteln, medizinischem Material und anderen Grundbedürfnissen ab. Abrar Mohammed, der eine Hilfsorganisation vertritt, erklärte, dass diese Angriffe zu starken Preiserhöhungen geführt haben, die die Zivilbevölkerung überproportional betreffen.
Die Situation unterstreicht den sich verschärfenden humanitären Notstand, da beide Seiten die Feindseligkeiten weiter eskalieren und Zivilisten im Kreuzfeuer gefangen bleiben.
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