In Griechenland ist seit letztem Jahr ein Korruptionsskandal im Zusammenhang mit falschen Agrarsubventionen im Gange. Vier Mitglieder der regierenden Partei Neue Demokratie und mehrere hochrangige Beamte gehören zu den 22 Angeklagten, die für die Zahlung von nicht existierenden Weiden, gefälschten Viehzahlen und Land, das nicht im Besitz von Antragstellern ist, verantwortlich gemacht wurden. Die Europäische Staatsanwaltschaft (EPPO) hat wegen Mangels an Beweisen die Anklage gegen sieben aktuelle und zwei ehemalige Abgeordnete fallen gelassen, untersucht aber weiterhin drei weitere. Die Untersuchung beinhaltet auch Vorwürfe, dass Dutzende von Privatpersonen Subventionen für Land beanspruchen durften, das ihnen nicht gehörte, und dass mehr Tiere auf Farmen gemeldet wurden, als es tatsächlich gab. Der Skandal hat den Druck auf den konservativen Premierminister Kyriakos Mitsotakis erhöht, dessen Familie seit über einem Jahrhundert einen bedeutenden Einfluss auf Kreta hat. Das griechische Parlament hob Anfang April die Immunität von 13 Abgeordneten der regier Partei auf und die EPPO kündigte Anfang dieses Jahres Untersuchungen gegen 20 Mitglieder der regierenden Partei.
Tendenz-Einschätzung (Mitte): Der Artikel enthält Sachinformationen über eine Korruptionsuntersuchung, an der hochrangige Politiker und Beamte beteiligt waren, ohne offen eine Seite zu begünstigen.





