Der österreichische Staatspreis für europäische Literatur wurde in diesem Jahr an die portugiesische Autorin Lídia Jorge verliehen. Die 79-jährige Schriftstellerin erhält die Ehre, die mit einem Preis von 25.000 € für ihr gesamtes Werk einhergeht, wie vom Kulturministerium angekündigt.
In fast fünf Jahrzehnten literarischer Tätigkeit hat Jorge dreizehn Romane geschrieben, zusammen mit Kinderbüchern, Kurzgeschichten, Theaterstücken, Gedichten und Essays. Diese Werke wurden ins Spanische, Französische, Englische und Deutsche übersetzt. Gemäß der Aussage der Jury sind zentrale Themen in ihrer Literatur Kritik am europäischen Kolonialismus, soziale Ungleichheit, Armut, Diskriminierung von Frauen, Rassismus und die portugiesische Nelkenrevolution von 1974.
Jorge wird oft als "Zeuge von Zeiten und Räumen" beschrieben, der sich auf Berichterstattung, die Reproduktion von gesprochenem und erzähltem Material, Geständnisse konzentriert und manchmal einen polyphonen Stil mit kurzen Sätzen, Zitaten aus Gedichten und Wörtern aus Spanisch, Französisch, Englisch oder Italienisch verwendet. Die Jury, bestehend aus Cristina Beretta, Thomas Keul, Thomas Macho, Marlene Streeruwitz und Andrea Zederbauer, betonte ihre Bedeutung in der zeitgenössischen europäischen Literatur.
Babler lobte ihre Beiträge und erklärte, dass sie seit langem hochpoetische Mittel verwendet habe, um sich für die Gleichheit der Menschen und die Wertschätzung des Lebens einzusetzen.
Sie wurde 1946 in Boliqueime im Süden Portugals geboren, studierte Französische Literatur in Lissabon und verbrachte mehrere Jahre in Angola und Mosambik während ihrer Unabhängigkeitskämpfe.
Der österreichische Staatspreis für europäische Literatur wird seit 1965 an einen europäischen Autor vergeben, dessen vollständige literarische Arbeit internationale Aufmerksamkeit erlangt hat, was durch Übersetzungen belegt wird.
Die Karriere von Lídia Jorge umfasst mehr als ein halbes Jahrhundert, geprägt von einer produktiven Produktion in mehreren Genres und Formen. Ihre Arbeit befasst sich konsequent mit drängenden sozialen Themen wie Kolonialismus, Geschlechterungleichheit und Rassendiskriminierung.
Ihre frühen Erfahrungen in Angola und Mosambik während ihres Kampfes um die Unabhängigkeit beeinflussten wahrscheinlich ihre kritische Sichtweise auf den Kolonialismus und seine dauerhaften Auswirkungen.
Als Preisträgerin des Österreichischen Staatspreises schließt sich Jorge einer angesehenen Liste von Autoren an, die die moderne europäische Literatur geprägt haben.
Die Bekanntgabe des Preises löste Diskussionen über ihren Einfluss auf die zeitgenössische Literatur und die Bedeutung der Bekämpfung historischer und sozialer Ungerechtigkeiten durch Kunst aus.
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