Die australische Fußballliga (Australian Football League, AFL) wurde vor kurzem erneut geprüft, nachdem ein Spieler aus Geelong, der in der Vergangenheit Gehirnerschütterungen erlitten hatte, aufgefordert wurde, eine Verzichtserklärung zu unterzeichnen, in der er auf sein Recht verzichtet, Entschädigung für zukünftige Hirnverletzungen zu verlangen. Dieser Vorfall unterstreicht die wachsende Besorgnis darüber, wie Sportorganisationen mit langfristigen Risiken für die Gesundheit des Gehirns umgehen, insbesondere mit chronischen traumatischen Enzephalopathien (CTE).
Der Fall unterstreicht ein breiteres Problem: Während sich die Aufmerksamkeit auf Gehirnerschütterungen konzentriert, argumentieren Experten, dass die größere Bedrohung für die Gesundheit des Gehirns im Kontaktsport aus wiederholten subkonussiven Auswirkungen resultiert, kleineren Kollisionen, die oft unbemerkt bleiben, sich aber im Laufe der Zeit ansammeln. Dieses Muster der Aufsicht ist in mehreren Sportligen in Australien offensichtlich. Eine Überprüfung der Gehirnerschütterungsrichtlinien der AFL, der Rugby League und des Fußballs zeigt einen konsequenten Schwerpunkt auf Gehirnerschütterungsprävention, Diagnose und Behandlung, mit wenig oder keiner Erwähnung von subkonussiven Auswirkungen. In den 36-seitigen Richtlinien der AFL erscheint das Wort cus Gehirnerschütterung 26 264 Mal, aber der Begriff subkonussive ist völlig abwesend.
Das Dokument bezieht sich nur 11 Mal auf "wiederholte Kopfstöße", typischerweise in Bezug auf Gehirnerschütterungen und nicht als eigenständiger Risikofaktor. In einer Passage wird darauf hingewiesen, dass, obwohl ein Kopfverletzung ein höheres Risiko darstellt, unklar ist, wie viel wiederholte Auswirkungen zur CTE beitragen.
Studien zeigen, dass selbst geringe, häufige Kopfkontakte zu kumulativen Schäden führen können, die die Wahrscheinlichkeit einer Neurodegeneration erhöhen. Dies stellt die traditionelle Ansicht in Frage, dass Gehirnerschütterungen allein das Hauptanliegen bei Kontaktsportarten sind. Trotz dieser aufkommenden Beweise priorisieren viele Sportligen weiterhin Gehirnerschütterungsprotokolle gegenüber Strategien zur Bekämpfung von Subkonkussionsrisiken.
In der Fußball-Richtlinie von Football Australia wird der Begriff "Hirnbewegungen" 52-mal auf acht Seiten erwähnt, ohne dass subkonzessive Effekte oder ihr potenzieller Beitrag zu CTE erwähnt werden. Diese Lücken deuten auf eine systematische Unterschätzung des wahren Umfangs der Hirnverletzungsrisiken im Sport hin. Die Auswirkungen dieser Lücke sind signifikant. Während die aktuellen Protokolle darauf abzielen, den unmittelbaren Schaden durch Gehirnerschütterungen zu reduzieren, berücksichtigen sie nicht die langfristigen Folgen von wiederholten, weniger schweren Auswirkungen. Spieler können weiterhin an Spielen teilnehmen, ohne Symptome zu erfahren, ohne zu wissen, dass jede Kollision zu einer langsamen, aber stetigen Verschlechterung der Gehirnfunktion beiträgt.
Mit der Zeit könnte dies zu Erkrankungen wie CTE führen, die erst posthum diagnostiziert werden können und mit Gedächtnisverlust, Depressionen und Verhaltensänderungen verbunden sind. Der jüngste Umgang der AFL mit dem Verzicht des Spielers von Geelong verdeutlicht die Diskrepanz zwischen Politik und Praxis. Indem die Liga den Athleten auf zukünftige Ansprüche verzichtet, scheint sie finanziellen und operativen Erwägungen gegenüber langfristigen Gesundheitsergebnissen Vorrang einzuräumen. Dieser Ansatz wirft ethische Fragen auf, ob Spieler angemessen gegen die kumulativen Auswirkungen von wiederholten Kopfverletzungen geschützt sind. Mit zunehmendem Bewusstsein für CTE steigt der Druck auf Sportorganisationen, ihre Richtlinien zu überarbeiten.
Experten argumentieren, dass eine umfassende Strategie nicht nur verbesserte Gehirnerschütterungsprotokolle umfassen muss, sondern auch Maßnahmen zur Überwachung und Minderung von subkonussiven Auswirkungen. Dies könnte die Änderung von Trainingstechniken, die Anpassung von Regeln zur Begrenzung unnötiger Kontakte und die Durchführung regelmäßiger neurologischer Bewertungen beinhalten. Ohne solche Änderungen wird das Risiko für die Gesundheit der Spieler wahrscheinlich bestehen bleiben, so dass viele Athleten anfällig für irreversible Hirnschäden sind.
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