Spanien wird seinen Botschafter in Indien, Juan Antonio March Pujol, ersetzen, inmitten wachsender Bedenken über die Verwendung von Botschaftsgeldern für kulturelle Veranstaltungen und den möglichen Missbrauch öffentlicher Ressourcen. Die Entscheidung kommt nach einer Reihe von Beschwerden und internen Berichten, die Unregelmäßigkeiten in der Art und Weise aufzeigten, wie March die finanziellen Aspekte kultureller Initiativen verwaltete, was sowohl inländische als auch internationale Beobachter in Frage stellte.
Laut Berichten wird der Übergang bald stattfinden, wobei die indischen Behörden der neuen Ernennung noch nicht formell zustimmen. Als erfahrener Diplomat mit fast drei Jahrzehnten Dienstzeit hat March während seiner gesamten Karriere zahlreiche hochkarätige Positionen inne. Er war zuvor von 2004 bis 2007 Botschafter Spaniens bei den Vereinten Nationen in Genf und später von 2007 bis 2011 in Russland. Während seiner Amtszeit vertrat er Spanien auch in Ländern wie Armenien, Weißrussland, Usbekistan und Turkmenistan.
Zusätzlich zu seinen staatlichen Aufgaben hat March in den privaten Sektor mitgewirkt und Positionen bei Abertis und ECIJA inne und Bücher über internationale Beziehungen und globale Trends verfasst. Die Kontroverse um March begann mit der Organisation von Konzerten in Rajasthan mit einer lokalen Tanzgruppe und zwei Sängern, dem spanischen Tenor Joan Laínez und der chinesisch-deutschen Sopranistin Zhu Huiling.
Der Bericht schlug vor, dass die Botschaft beabsichtigte, diese Aufführungen durch externe Sponsoren zu finanzieren, darunter die Rajasthan-Staatsregierung und spanische Unternehmen, die in Indien tätig sind, unter Verwendung eines gestuften Sponsoring-Modells, das die direkte Botschaftsfinanzierung umgeht. Diese Struktur sorgte Berichten zufolge dafür, dass das Geld niemals durch Botschaftskonten unter der Aufsicht des Ministeriums ging. Weitere Komplikationen entstanden, als bekannt wurde, dass Zhu Huiling 18.000 Euro von der spanischen Botschaft in Neu-Delhi für Konzerte erhielt, die im Jahr 2025 abgehalten wurden.
Berichte deuten auf eine enge persönliche Beziehung zwischen dem Botschafter und dem Sänger hin, wobei einige Quellen behaupten, dass Zhu ein langfristiger romantischer Partner von March war. Die Situation eskalierte, als der kulturelle Attaché der spanischen Botschaft Madrid über die geplanten Spendenaktionen für zukünftige Veranstaltungen informierte, was zu weiteren Untersuchungen führte. Die Kontroverse erstreckte sich auch auf andere Aktivitäten mit March.
Während das spanische Gesetz es Beamten erlaubt, mit der richtigen Genehmigung zu veröffentlichen und Lizenzgebühren zu verdienen, stellten Kritiker die Angemessenheit der Nutzung öffentlicher Ressourcen zur Förderung persönlicher Werke in Frage. Darüber hinaus besitzt Marchs Tochter Milena March Franzi einen spanischen diplomatischen Pass und nahm an geschäftlichen und kulturellen Veranstaltungen in Indien teil, darunter an einem von einem indischen Filmmanager veranstalteten Branding-Workshop. Ein anonymer ehemaliger spanischer Botschafter behauptete, dass March seine Position nutzte, um seine Tochter mit Geschäftskontakten zu verbinden, und verglichen damit den Fall des ehemaligen Botschafters Raúl Morodo, der später in einem separaten Skandal verurteilt wurde.
Während die spanische Regierung mit dem Ersatz von March voranschreitet, bleibt der Fokus auf der Gewährleistung von Transparenz und Rechenschaftspflicht bei der Verwaltung der Botschaftsfinanzen und kulturellen Initiativen. Der Prozess der Auswahl und Genehmigung eines neuen Botschafters geht weiter, in der Hoffnung, das Vertrauen wiederherzustellen und die Integrität der diplomatischen Operationen in Indien zu wahren.
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