In den letzten Wochen hat die RSF versucht, die Kontrolle über die strategische Stadt durch Drohnenangriffe und Belagerungstaktiken zu erlangen. Am Mittwoch wurden neue Drohnenangriffe gemeldet, die ein Wiederaufleben der Gewalt in der Region markieren. Zeugen erzählten Reuters, dass acht Drohnen Al-Obeid ins Visier genommen haben, was die Luftverteidigungssysteme der Armee zum Handeln veranlasst hat. Laut medizinischem Personal wurden bei den Angriffen zwei Menschen getötet und mehrere weitere verletzt.
Von Drohnenangriffen wurde auch aus Khartoum, der Hauptstadt, und anderen Städten wie Atbara im Nordosten des Sudan berichtet. Diese Vorfälle stellen die ersten bestätigten Drohnenangriffe seit Mai dar. Weder die RSF noch die sudanesische Armee haben die Angriffe bisher offiziell kommentiert. Der Bürgerkrieg im Sudan dauert seit mehr als drei Jahren an, mit intensiven Kämpfen zwischen den Militärstreitkräften unter der Führung von General Abdel Fattah al-Burhan und den RSF, die vom ehemaligen Stellvertreter Mohamed Hamdan Daglo befehligt werden. Der Konflikt, der Zehntausende von Menschenleben gefordert und mehr als elf Millionen Menschen vertrieben hat, eskaliert weiter.
Die sudanesische Armee kontrolliert derzeit die zentralen und östlichen Teile des Landes, während die RSF ihren Einfluss in der westlichen Region Darfur festigt hat.
Das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte berichtete, dass mehr als sechstausend Menschen innerhalb von drei Tagen während dieses Vorfalls getötet wurden, und ein UN-Untersuchungsausschuss fand Beweise, die darauf hindeuten, dass die Handlungen der RSF einen Völkermord darstellten. Al-Obeid hat strategische Bedeutung aufgrund seiner Lage entlang zweier Hauptstraßen, die sowohl von der sudanesischen Armee als auch von der RSF für Versorgungslinien genutzt werden, eine Richtung Norden nach Khartum und die andere, die die RSF-Hochburg in Darfur mit den östlichen Regionen des Landes verbindet.
Die UNO warnte Anfang dieses Monats vor einer "Katastrophe" in der Stadt, die seit achtzehn Monaten mit Bedingungen konfrontiert ist, die einer Belagerung ähneln. Nur ein Teil der Bevölkerung hat Zugang zu ausreichender Nahrungsmittelversorgung. Beobachter haben seit Wochen Alarm geschlagen über die Möglichkeit eines Massakers in Al-Obeid, insbesondere angesichts der Geschichte der extremen Gewalt in der Region.
Mitte Juli veröffentlichten die Außenminister der G-7 eine gemeinsame Erklärung, in der sie die RSF und verbündete Gruppen für Handlungen verurteilten, die zu weiteren Gräueltaten führen oder Zivilisten in Al-Obeid gefährden könnten.
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