In Singapur kämpfen Fachkräfte gegen die andauernden Stereotypen, dass sie unglamourös und körperlich anspruchsvoll sind, um jüngere Generationen in eine schrumpfende lokale Belegschaft zu ziehen. Die Herausforderung zeigt sich im Fall von Benetton und Royston Chan, zwei Brüdern, die während ihrer Schulzeit ihren Vater, einen Elektriker und Klempner, unterstützten. Nach Abschluss ihrer Ausbildung gründeten die beiden 2013 Sparkflow, ein One-Stop-Handyman-Unternehmen, angetrieben von einer ungenutzten Nachfrage nach ihren kombinierten Fähigkeiten. Ihr Vater, William Chan, jetzt 70, unterstützte ihre Entscheidung und glaubte, dass seine Söhne das Erbe der Familie im Handel weiterführen könnten.
Benetton, der einen Abschluss in Wirtschaft und Finanzen von der RMIT Universität hat, ist offen für die Idee, dass sein zweijähriger Sohn einen ähnlichen Weg einschlägt. Er und sein Vater sind jedoch seltene Ausnahmen in einem Sektor, der zunehmend von älteren Arbeitnehmern dominiert wird. Jüngere Personen, die auf den Arbeitsmarkt kommen, zeigen eine Vorliebe für Büro-Arbeitsplätze, die als weniger körperlich belastend angesehen werden. Mit mehr Hochschulabschlüssen haben sich ihre Karriereaspirationen in Richtung Rollen verlagert, die Stabilität und intellektuelles Engagement anstatt manueller Arbeit bieten. Richard Tock, ein 65-jähriger lizenzierter Klempner und Gasdienstleister, äußerte die Sorge, dass niemand seine Fähigkeiten und Kenntnisse erben wird.
Er unterrichtet an der BCA Academy und betonte die Bedeutung der Weitergabe von Fachkenntnissen, bevor sie verloren gehen. Laut einem Sprecher des Ministeriums für Arbeitskräfte (MOM) waren im Jahr 2025 51.600 Einwohner als Handwerker und verwandte Fachkräfte beschäftigt. Diese Zahl entspricht einer Abnahme gegenüber den 53.000 im Jahr 2023, wobei das Durchschnittsalter bei diesen Personen 56 Jahre betrug.
Um diese Probleme anzugehen, arbeitet MOM daran, die Attraktivität dieser Berufe zu erhöhen, indem sie klarere Qualifikationswege, stärkere berufliche Anerkennung und verbesserte Karrierefortschrittsmöglichkeiten bietet. Somchai Virabhak, Präsident der Vereinigung von Elektrobauer und lizenzierten Elektroarbeitern in Singapur, hob hervor, dass es in Singapur etwa 3.700 lizenzierte Elektroarbeiter gibt, von denen mehr als ein Drittel über 60 Jahre alt sind.
In der Wirtschaftsstrategie-Überprüfung wurde ein koordinierter Ansatz zur Verbesserung der Arbeitsqualität, der Produktivität und der Löhne in wesentlichen Rollen wie Fachkräften empfohlen, während gleichzeitig gesellschaftliche Einstellungen angegangen wurden, die zur Unterbewertung solcher Positionen beitragen. In der Überprüfung wurde auch vorgeschlagen, die Definition von "guten Jobs" zu erweitern, um formell Fachkräfte, Pflegearbeit und Sozialdienste einzubeziehen.
Die Regierung erklärte, dass sie bereits Fortschritte bei diesen Zielen erzielt, unter anderem durch eine Partnerschaft zwischen dem Arbeitsministerium und der Specialists Trade Alliance of Singapore (STAS). Diese Zusammenarbeit zielt darauf ab, strukturierte Wege zu guten Jobs zu schaffen, beginnend mit Elektro-Handeln. Die Anerkennung des Wertes und der Notwendigkeit von Fachhandlungen wächst weiter, aber die Herausforderung bleibt, die öffentliche Wahrnehmung zu verändern und jüngere Generationen zu ermutigen, diese Berufe als tragfähige und lohnende Karriereoptionen zu betrachten.
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