Der Artikel behandelt Maria-Sibylla Lotters Buch 'Opfer', in dem untersucht wird, wie der Diskurs über Verletzlichkeit in der Gesellschaft an Bedeutung gewonnen hat. Lotter kritisiert die zunehmende Betonung der Opferrolle und argumentiert, dass dieser Trend zu einer Neudefinition der moralischen Autorität geführt hat. Sie hebt hervor, wie marginalisierte Gruppen um moralische Legitimität konkurrieren, indem sie den Opferstatus beanspruchen, was oft zu einer therapeutischen Kultur führt, in der persönliches Leiden vor strukturellen Problemen steht. Das Stück untersucht, wie sich gesellschaftliche Normen in Richtung der Pathologisierung von Traumata und internen Erfahrungen verschoben haben, manchmal auf Kosten der Bewältigung systemischer Ungleichheiten.
Tendenz-Einschätzung (Progressiv): Der Artikel beschreibt die zunehmende Konzentration auf Opfer und Trauma als ein soziales Phänomen, das bestimmte Narrative bevorzugt, insbesondere die von marginalisierten Gruppen.





