Sheikh Hasina, die ehemalige Premierministerin Bangladeschs, kündigte am 5. August 2026 an, dass sie vor Ende des Jahres in ihre Heimat zurückkehren will, obwohl sie in ihrer Abwesenheit mit einem Todesurteil und mehreren strafrechtlichen Anklagen konfrontiert ist. Die Erklärung erfolgte während einer virtuellen Pressekonferenz, die vom Foreign Correspondents South Club of South Asia in Neu-Delhi veranstaltet wurde und ihren ersten öffentlichen Auftritt seit der Flucht aus Bangladesch im August 2024 inmitten weit verbreiteter Proteste markierte, die ihre 15-jährige Amtszeit beendeten.
Die Veranstaltung unterstrich die zunehmenden Spannungen zwischen Bangladesch und Indien, insbesondere da die ehemalige Premierministerin die derzeitige Regierung in Dhaka kritisierte und ihr Engagement für die Rückkehr in ein Land bekräftigte, von dem sie behauptet, dass es in Aufruhr ist. Hasina, 78, sprach leidenschaftlich über ihre Rückkehrentscheidung und betonte, dass sie nicht von einem Wunsch nach Macht, sondern von einem Pflichtgefühl gegenüber dem Volk von Bangladesch getrieben wurde. "Ich kann ins Gefängnis geschickt oder getötet werden, aber Angst kann meine Pflicht gegenüber dem Volk nicht entscheiden", sagte sie.
Ihre Äußerungen kamen inmitten einer wachsenden Kontroverse in Bangladesch, wo die Regierung die Pressekonferenz als schädlich für die bilateralen Beziehungen zu Indien verurteilt hat. Das Außenministerium von Bangladesch äußerte tiefes Bedauern über das Ereignis und stellte fest, dass es den Bemühungen zur Wiederherstellung der diplomatischen Beziehungen zu Neu-Delhi widersprach. Beamte in Dhaka betonten, dass Bangladesch nicht zu einem "Klientenstaat" werden wird und die Notwendigkeit souveräner Gleichheit und Nichteinmischung in innere Angelegenheiten betonen. Das Ministerium beschuldigte Hasina auch, versucht zu haben, die Geschichte umzuschreiben, indem sie die Ergebnisse der Vereinten Nationen in Bezug auf den Tod von Zivilisten während der Unruhen im Jahr 2024 leugnete.
Das indische Außenministerium hat sich nicht offiziell zu der Situation geäußert, aber frühere Erklärungen deuten darauf hin, dass die Pressekonferenz von einer privaten Einrichtung unabhängig organisiert wurde und die indische Regierung nicht direkt beteiligt war. Hasina verteidigte die Aktionen ihrer früheren Regierung während der Proteste von 2024, indem sie organisierte Gruppen beschuldigte, Studentenbeschwerden auszunutzen, um einen gewaltsamen Putsch zu orchestrieren. Sie zitierte Bemerkungen von Bangladeschs Interimsführer Muhammad Yunus, um zu argumentieren, dass die Bewegung nicht spontan, sondern sorgfältig geplant war. Muhammad Yunus selbst sagte, dass dies eine sorgfältig konzipierte Bewegung war, die von einem Mastermind angeführt wurde, sagte sie.
Sie kritisierte auch die gegenwärtige Regierung für die Aufgabe einer gerichtlichen Untersuchung der Todesfälle, die während der Unruhen aufgetreten waren, die ihre Regierung im Juli 2024 eingeleitet hatte. Die ehemalige Premierministerin äußerte auch Bedenken über den Zustand der Wirtschaft Bangladeschs unter der gegenwärtigen Regierung, indem sie behauptete, dass das BIP-Wachstum verlangsamt, die industrielle Produktion zurückgegangen ist und die Armutsgrenzen gestiegen sind. Sie beschuldigte die Regierung der Bangladesh Nationalist Party (BNP), das Land durch starke Kreditaufnahme von der Zentralbank zu führen.
Die Rückkehr Hasinas nach Bangladesch wird als entscheidend für das Überleben der Awami League angesehen, der Partei, die im Unabhängigkeitskrieg von 1971 eine zentrale Rolle spielte.
Trotz dieser Drohungen bleibt Hasina entschlossen und erklärt, dass ihre Rückkehr nicht um ihre persönliche Sicherheit geht, sondern um ihre Pflicht gegenüber dem Volk Bangladeschs zu erfüllen.
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