Zwei ehemalige iranische Fußballspieler erhielten am Mittwoch die australische Staatsbürgerschaft. Fatemeh Pasandideh und Atefeh Ramezanisadeh flohen im vergangenen März aus ihrem Heimatland, nachdem sie sich geweigert hatten, während der AFC Women's Asian Cup in Australien die Nationalhymne zu singen.
Ihre Weigerung, die Nationalhymne zu singen, war Teil einer Solidaritätsdemonstration mit Demonstranten gegen das iranische Regime. Sie wurden in ihrer Heimat als Verräter bezeichnet, entschieden sich aber letztendlich dafür, in Australien zu bleiben. Anschließend trainierten sie mit dem Brisbane Roar, haben aber seitdem keine offiziellen Spiele gespielt. Um zu verstehen, wie sich diese Situation entwickelte, muss man mehrere Monate zurückblicken. Der Vorfall begann während des Asien-Cups der Frauen. Im ersten Spiel zwischen dem Iran und Südkorea entschied sich das iranische Team dafür, die Nationalhymne nicht zu singen. Dieses Schweigen, eindeutig ein Protest gegen das islamische Regime, löste eine intensive Gegenreaktion in Teheran aus.
Um schwere Konsequenzen bei der Rückkehr zu vermeiden, beantragten sechs Spieler und ein Mitglied des Trainerstabes, die später mit dem Regime verbunden waren, Asyl in Australien. Fünf von ihnen überlegten jedoch angesichts von Drohungen aus Teheran und beschlossen, in den Iran zurückzukehren. Nur Pasandideh und Ramezanisadeh blieben in Australien. Das Mitgefühl und die Unterstützung, die wir in dieser schwierigen Zeit erhielten, gaben uns Hoffnung auf eine Zukunft, in der wir sicher leben und konkurrieren können, sagte Ramezanisadeh. Sie und Pasandideh bedankten sich bei den Mitarbeitern des Innenministeriums für ihre Unterstützung in den letzten Wochen. Ihre Hilfe ließ sie sich während dieses Übergangs willkommen und weniger isoliert fühlen.
Die Entscheidung der iranischen Mannschaft, während des Turniers die Nationalhymne nicht zu singen, zog breite Aufmerksamkeit auf sich. Es hob die Spannungen im Land in Bezug auf die Meinungsfreiheit und den politischen Dissens hervor. Die Handlungen der Spieler wurden als eine mutige Herausforderung für die Autorität des Regimes angesehen. Ihr anschließender Flug nach Australien unterstrich die Risiken, denen sich diejenigen stellen, die sich öffentlich der Regierung widersetzen.
Trotz der Herausforderungen, denen sie gegenüberstehen, konzentrieren sich beide Frauen weiterhin auf den Aufbau eines neuen Lebens in ihrem Adoptivland. Die Gewährung der Staatsbürgerschaft markiert einen bedeutenden Schritt auf ihrer Reise. Sie bietet rechtliche Anerkennung ihres Status und öffnet Türen zu Möglichkeiten, die ihnen zuvor nicht zur Verfügung standen.
★
Halte die Nachrichten ehrlich.
ObjectiveNews ist leserfinanziert und werbefrei – wir zeigen dir den Bias, statt ihn zu verstecken. Unterstütze unabhängigen Journalismus für 4 €/Monat.
Unterstützer werden