Am Donnerstag, 10. Juni 2026, wird im Belgrader Sava Zentrum der 57. FIS-Kongress stattfinden, bei dem die Zukunft des Internationalen Ski- und Snowboard-Verbandes entschieden wird. Der Höhepunkt dieses Kongresses ist die Präsidentschaftswahl, bei der der umstrittene schwedisch-britische Unternehmer Johan Eliasch nur noch gegen den vom Österreichischen Skiverband (ÖSV) bevorzugten Liechtensteiner Alexander Ospelt antreten muss. Zuvor hatten sich die britische Verbandspräsidentin Victoria Gosling sowie die Dänin Anna Harboe Falkenberg und der US-Amerikaner Dexter Paine aus der Runde der Kandidaten zurückgezogen.
Diese Entscheidung reduzierte die Anzahl der Kandidaten auf zwei und vereinfachte den Prozess zur Präsidentschaftswahl deutlich.
Johan Eliasch, der seit 2021 im Amt ist, gilt als kontroverser FIS-Präsident. Er wurde ursprünglich von Schweden nominiert, doch nachdem dieser ihn nicht mehr unterstützen wollte, musste er einen georgischen Pass beantragen, um weiterhin kandidieren zu dürfen. Diese Maßnahme löste heftige Diskussionen aus, da sie als unkonventionell und politisch motiviert wahrgenommen wurde. Dennoch gelang es Eliasch, seine Position zu halten, und er wurde 2022 ohne Gegenkandidat wiedergewählt. Dieses Wahlverfahren wurde von verschiedenen Verbänden, darunter der ÖSV, kritisiert, da die Nichtanerkennung von Nein-Stimmen als unfaire Praxis angesehen wurde.
Im Jahr 2022 zog der ÖSV gemeinsam mit der Schweiz, Deutschland und Kroatien vor den Internationalen Sportgerichtshof (CAS), um die Rechtmäßigkeit der Wahl zu prüfen. Obwohl der Kongress damals als "okay" eingestuft wurde, blieben die Kontroversen bestehen.
Alexander Ospelt, der andere Kandidat, ist ein erfahrener Jurist und Unternehmer, der seit 2016 den Skiverband Liechtensteins leitet. Er war zudem von 2021 bis 2024 Vizepräsident des Europäischen Ski- und Snowboard-Verbandes (FESA). Ospelt wird von der ÖSV-Delegation unterstützt, die mit drei Vertretern darunter das stimmführende Delegationsmitglied Peter Scherer, Präsidentin Roswitha Stadlober und der ÖSV-Jurist Fabian Larcher vor Ort ist. Scherer betonte, dass Ospelt eine besonnene, ruhige, analytische Art hat, die ihn als Teamplayer und Brückenbauer positioniert.
Er sieht in Ospelt einen Kandidaten, der die Interessen aller Beteiligten berücksichtigt und gleichzeitig für die Klima- und Umweltfragen einsetzt.
Die Unterstützung für Ospelt ist weitreichend. Scherer nannte Länder wie Schweiz, Deutschland, Italien, Norwegen, USA und Kanada als wichtige Mitstreiter, die eine einhellige Meinung vertreten. Dies zeigt, dass Ospelt nicht nur bei der ÖSV, sondern auch bei internationalen Verbänden eine starke Basis hat. Gleichzeitig bleibt jedoch die Frage offen, ob Eliasch trotz seiner Kontroversen noch eine Chance hat. Während Eliasch versucht, durch die Versicherung, dass unter seiner Führung bis 2030 100 Millionen Euro Gewinn generiert werden könnten, seine Position zu stärken, wird er von vielen als unzuverlässig und parteilich wahrgenommen.
Seine Politik, die oft als unklar und untransparent beschrieben wird, hat in der Vergangenheit bereits zahlreiche Kritikpunkte ausgelöst.
Die Entscheidung am Donnerstag könnte somit zwischen zwei unterschiedlichen Ansätzen stehen: Einerseits die von Eliasch, die auf Erfolg und finanzielle Stabilität setzt, andererseits die von Ospelt, die auf Kooperation, Transparenz und langfristige Planung baut. Wie sich diese Spannung auflöst, bleibt abzuwarten. Doch eines ist sicher: Die Präsidentschaftswahl wird nicht nur für die FIS, sondern auch für die gesamte Skisportzene ein bedeutender Moment sein.
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