Der Dermatologe Ricardo Ruiz hat in seinem Buch Larga vida a tu piel gewarnt, dass künstliche Intelligenz einen Trend zu immer perfekterem und künstlichem Gesicht vorantreibt. Das Buch, das 2026 von La Esfera de los Libros veröffentlicht wurde, untersucht die Schnittmenge von Wissenschaft, Technologie und Ästhetik im Streben nach Langlebigkeit. Ruiz, Gründer und medizinischer Direktor der International Dermatology Clinic, argumentiert, dass die Haut zu einem Schlachtfeld zwischen wissenschaftlicher Forschung, kommerziellen Interessen, technologischen Fortschritten und emotionalen Erzählungen geworden ist.
In einer Welt, in der Unternehmen durch Nahrungsergänzungsmittel, Peptide, medizinische Tests und trendige Therapien wie Kryotherapie, Saunen, Injektionen und Rotlichtbehandlungen ein längeres Leben und ein jugendliches Aussehen versprechen, betont Ruiz die Bedeutung wissenschaftlicher Beweise. Er hebt wirksame und erschwingliche Werkzeuge hervor, um eine gesunde Langlebigkeit zu erreichen, ohne sich auf Wunderheilmittel zu verlassen. Der Dermatologe befürwortet die Rolle der ästhetischen Medizin innerhalb der Dermatologie und betont, dass kosmetische Verfahren zwar von Vorteil sein können, die Haut jedoch nicht als Produkt, sondern als Organ behandelt werden sollte.
Ruiz kritisiert den Einfluss der digitalen Kultur und der künstlichen Intelligenz auf Schönheitsstandards und schlägt vor, dass sie die Gesellschaft zu künstlicheren und homogenisierten Gesichtszügen drängen. Er stellt fest, dass diese Verschiebung zu Gesichtern führt, die sich zunehmend ähneln, oft aufgrund des übermäßigen Einsatzes von Füllstoffen und Injektionsmitteln. Während einige Verbraucher diese Behandlungen satt haben, suchen andere weiterhin nach ihnen, was zu übertriebenen Merkmalen wie übermäßig gefüllten Lippen und unnatürlichen Konturen führt. Der Dermatologe erkennt an, dass bestimmte Frauen nach einem bestimmten Alter anfangen, sich gegenseitig zu ähneln, vor allem aufgrund der weit verbreiteten Verwendung von kosmetischen Füllstoffen.
Er weist jedoch darauf hin, dass sich dieser Trend zu ändern beginnt. Es gibt eine wachsende Müdigkeit mit Füllstoffen, und ihre Popularität scheint zu sinken. Die Menschen neigen weniger dazu, sich Injektionen zu unterziehen, die zu übertriebenen Gesichtszügen führen. Diese Verschiebung spiegelt ein breiteres Bewusstsein für die Einschränkungen und Risiken wider, die mit der Übernutzung kosmetischer Eingriffe verbunden sind. Ruiz diskutiert auch das Konzept des "Syndroms der Fixierung auf Langlebigkeit", einem klinischen Begriff, der die Obsession zur Verlängerung des Lebens um jeden Preis beschreibt. Er warnt davor, dass solche Bestrebungen zu gefährlichen Folgen führen können, und stellt fest, dass die am längsten lebenden Zellen tatsächlich krebsartige Zellen sind.
Er warnt weiter davor, aus Tierversuchen Schlussfolgerungen zu ziehen, die möglicherweise nicht zuverlässig auf Menschen zutreffen. Die Langlebigkeit, so erklärt er, ist ein komplexer Prozess, der viele Faktoren außer dem körperlichen Erscheinungsbild umfasst.
Er glaubt, dass die Pflege der Haut zur psychischen Gesundheit beiträgt und dass eine vernünftige Ästhetik ein Gefühl des Wohlbefindens mit dem eigenen Körper beinhaltet. Für ihn sollten ästhetische Verbesserungen sich auf die Korrektur von Unvollkommenheiten wie Narben, Angiomen oder Muttermalen konzentrieren. Er unterstützt einen personalisierten Ansatz der ästhetischen Medizin, der auf die einzigartigen Umstände jedes Einzelnen zugeschnitten ist.
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