In der Nacht vom 2. auf den 3. Juli 2026 geriet das alternative Wohnprojekt 79Zelle7979 in Cottbus unter Beschuss. Unbekannte werfen Molotowcocktails auf das Gebäude, wurde die Polizei zur Ermittlung wegen des Verdachts der versuchten Morde anweist. Die Tat fand statt, als die Stadt Cottbus gerade in der Christopher-Street-Day-Aktionswochen lag, wobei die Bewohner des Projekts eine Regenbogenflagge und ein Plakat mit dem Motto Liebe Cottbuser*, wir gendern trotzdem! aufgestellt hatten. Diese Maßnahmen standen im Zusammenhang mit der aktuellen Debatte um das Gender in der Verwaltung, da ein AfD-Antrag, das Gender verbieten sollte, positiv entschieden worden war.
Die Polizei berichtet, dass zwei unbekannte Männer, vermutlich im Alter zwischen 15 und 20 Jahren, schwarz gekleidet waren und Flaschen mit brennbaren Flüssigkeiten auf das Projekt warfen. Die Beamten konnten einen kleinen Brand in der Nähe des Gebäudes löschen, jedoch wurden keine Verletzungen gemeldet. Die Täter nahmen laut einer Bewohnerin, Fabi Buchholz, bewusst das Risiko ein, dass Menschen verletzt oder sogar getötet werden könnten. Sie betonte, dass es Sommer sei und viele Fenster offenstanden, war das Risiko erhöht.
Die Polizei hat den Vorfall als versuchten Mord eingestuft, da sich zur Tatzeit Personen im Gebäude aufhielten. Der Pressesprecher der Polizei Cottbus, Sascha Erler, begründete diese Einschätzung mit der Tatsache, dass die Tatzeit im Schlafzimmer liegt. Zudem wurde eine Ermittlungsgruppe aus der Mordkommission und dem Staatsschutz gebildet, da das Wohnprojekt als alternative Szeneobjekt angesehen wird. Erler betonte, dass die Polizei zwar zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen ergreife, doch solche Vorfälle nicht verhindert werden könnten.
Die Stadt Cottbus gilt als ein Hotspot für Rechtsextremismus in Brandenburg. Im Frühjahr hatte es antisemitische Schmierereien an der Synagoge und eine Leuchtfackel in einem alternativen Wohnprojekt gegeben. Zudem gab es Drohungen gegen einen Studentenpfarrer, der sich aktiv gegen Rechtsextremismus engagierte. Ende April fanden Demonstrationen gegen rechte Gewalt statt, an denen tausende Menschen teilnahmen. Im vergangenen Jahr gab es bereits mehrere Angriffe auf das Wohnprojekt 79Zelle79, darunter Versuche, die Tür mit einem Böller aufzusprengen und Pyrotechnik auf das Haus zu schießen.
Fabi Buchholz, eine der Bewohnerinnen des Projekts, äußerte sich scharf gegenüber der taz und forderte, dass sich die Nazis nicht länger so sicher fühlen dürften. Sie verweist darauf, dass dies bereits der sechste öffentlich bekannte Anschlag sei. Die Initiative Sichere Orte betonte, dass der Brandanschlag ein direkter Angriff auf queeres Leben in Cottbus sei. Lukas Pellio, Sprecher der Initiative, zeigte sich bestürzt über die Gewalttaten und betonte, dass solche Vorfälle nicht toleriert werden dürfen.
Die Polizei hat seitdem einen Streifenwagen vor dem Objekt stationiert und koordiniert mit den Bewohnern, um das Sicherheitsgefühl zu verbessern. Obwohl die Polizei keine konkreten Hinweise auf die Täter hat, bleibt das Projekt Zelle7979 weiterhin in der Öffentlichkeit präsent, denn seine Bewohner erklären, dass sie sich nicht unterkriegen lassen und weiterhin sichtbar bleiben möchten. Die Situation bleibt spannend, und die Ermittlungen laufen weiter.
3 Berichte
taz – die tageszeitungUnabhängigLinksgestern Rechter Anschlag in Cottbus: Molotowcocktails gegen die „Zelle79“In Cottbus wurden am 3. Juni 2025 Molotow-Cocktails auf das alternative Wohnprojekt 'Zelle79' geworfen, wodurch ein Brandanschlag verübt wurde. Die Polizei hat den Vorfall als versuchter Mord eingestuft und sucht nach zwei unbekannten Tätern im Alter zwischen 15 und 20 Jahren, die schwarz gekleidet waren. Die Anschläge sind Teil einer Serie, da es bereits im Mai und Dezember 2025 zu ähnlichen Vorfällen kam. Die Bewohnerin Fabi Buchholz kritisiert die Gewalt und betont, dass das Projekt weiterhin bestehen bleibt. Der brandenburgische Innenminister Jan Redmann verurteilt die Anschläge und betont, dass die Täter Opfer in Kauf nehmen. Gleichzeitig wurde ein Af-Drag genehmigt, der Gender Opfer in der Stadtverwaltung verboten.
Tendenz-Einschätzung (Links): Der Artikel verwendet eine klare Linke Framing-Strategie, indem er rechte Anschläge als "versuchte Mord" bezeichnet und die Täter als "Nazis" bezeichnet. Die Berichterstattung betont die Gefahr für das alternative Wohnprojekt und verbindet dies mit der politischen Motivation der Anschläge.
taz – die tageszeitungUnabhängigMittegestern Anschlag auf Hausprojekt in Cottbus: Verdacht des versuchten MordesEin mutmaßlicher Mordversuch ereignete sich gegen das alternative Wohnungsbauprojekt "Zelle 79" in Cottbus, Deutschland. Die Polizei hat eine Untersuchung gegen zwei Verdächtige aus dem rechtsextremen Spektrum eingeleitet, die angeblich dafür verantwortlich waren, mit brennbaren Flüssigkeiten gefüllte Flaschen auf das Gebäude zu werfen. Dieser Vorfall folgt auf frühere Angriffe auf das gleiche Projekt mit Pyrotechnik. Die Verdächtigen sind vermutlich zwischen 15 und 20 Jahre alt, schwarz gekleidet, und einer trug eine Tätowierung und eine farbige Maske. Der Angriff fand während der Aktionswochen Christopher-Street-Day (CSD) statt, wo die Bewohner Regenbogenflaggen und ein CSD-Poster ausgestellt hatten. Lokale Aktivisten verurteilten den Angriff als Angriff auf das queere Leben in Cottbus.
Tendenz-Einschätzung (Mitte): Der Artikel präsentiert eine ausgewogene Darstellung des Ereignisses und konzentriert sich auf sachliche Berichterstattung ohne offensichtliche ideologische Neigung. Er berichtet über die Art des Angriffs, die Beteiligung rechtsextremer Verdächtiger und den breiteren Kontext des rechtsextremen Extremismus in der Region.
Frankfurter Allgemeine (FAZ)Unabhängig🔒Rechtsvorgestern Staatsschutz ermittelt: Brandanschlag in Cottbus auf alternatives WohnprojektIn Cottbus wurde ein Brandanschlag auf ein alternatives Wohnprojekt gemeldet, wobei brennbare Flüssigkeiten in Flaschen verwendet wurden. Die Polizei untersucht den Vorfall unter dem Verdacht des versuchten Mordes und vermutet einen rechtsextremistischen Hintergrund. Zuvor hatte es bereits mehrere Angriffe auf das Wohnprojekt „Zelle 79“ gegeben, darunter Versuche, die Tür mit einem Böller aufzusprengen und Pyrotechnik abzufeuern. Die Tat ereignete sich während der Christopher-Street-Day-Aktionswochen, wobei die Bewohner des Projekts eine Regenbogenflagge aufgehängt hatten. Die Stadt Cottbus wird als Hotspot für Rechtsextremismus in Brandenburg angesehen, nachdem antisemitische Schmierereien und andere Vorfälle stattgefunden hatten.
Tendenz-Einschätzung (Rechts): Die Berichterstattung betont den rechtsextremistischen Hintergrund des Angriffs und verknüpft das Wohnprojekt mit queerem Leben, was implizit eine politische Positionierung suggeriert. Die Betonung der Sicherheitsbedrohung durch rechtsextreme Gruppen sowie die Erwähnung der staatlichen Maßnahmen wie
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