Die neue Ära des DC Comics Kinouniversums hat mit *Supergirl* einen kühnen Schritt in unbekanntes Territorium getan, einem Film, der sich stark vom ernsten, grüblerischen Ton früherer Superheldenfilme unter dem DCEU-Banner unterscheidet. Regie von James Gunn, bekannt für seine Arbeit an *Guardians of the Galaxy*, markiert dieser Film einen signifikanten Wandel in der Herangehensweise, indem er einen leichteren, skurrilen Stil annimmt, der an seine früheren Projekte erinnert.
Jetzt, mit "Supergirl", verschiebt sich der Fokus auf Kara Zor-El, Supermans Cousine, die ihre eigene Reise der Selbstentdeckung und Verantwortung inmitten einer Galaxie voller Herausforderungen und kosmischer Bedrohungen navigieren muss.
Im Zentrum des Films steht Kara, gespielt von Milly Alcock, deren Charakter als impulsiv, emotional volatil und tief von ihrer traumatischen Vergangenheit auf Krypton betroffen dargestellt wird. Im Gegensatz zu ihrem Cousin Superman, der Optimismus und Idealismus verkörpert, wird Kara als zynisch dargestellt und kämpft mit dem Verlust ihrer Familie und ihres Heimatplaneten. Dieser Kontrast zwischen den beiden Charakteren bildet das emotionale Rückgrat der Geschichte und hebt ihre unterschiedlichen Perspektiven auf Leben und Pflicht hervor. Flashbacks offenbaren die Verwüstung der Zerstörung von Krypton und die persönlichen Verluste, die Kara erlitten hat, die jetzt ihre Weltanschauung und Handlungen in der Gegenwart prägen.
Während eines solchen Abenteuers trifft sie auf Ruthye, eine junge Frau, die Rache an Krem sucht, dem Anführer intergalaktischer Banditen, der für den Tod von Ruthyes Familie verantwortlich ist. Als Krem Karas geliebtes Haustier Krypto vergiftet, stimmt sie widerwillig zu, Ruthye mit auf ihre Reise zu nehmen, angetrieben von der Notwendigkeit, innerhalb von drei Tagen ein Heilmittel zu finden, bevor das Gift wirkt.
Der Film bezieht sich stark auf das Western-Genre und verbindet Elemente der Weltraumoper mit der robusten, einsamen Wolf-Ästhetik, die typisch für klassische Western ist. Diese stilistische Wahl ist in der visuellen Darstellung offensichtlich, mit Szenen in dunkelgelb und braun, die die staubigen Landschaften des alten Westens hervorrufen. Der Soundtrack verbessert diese Atmosphäre weiter, mit musikalischen Partituren, die die Actionsequenzen ergänzen und die emotionale Tiefe der Erfahrungen der Charaktere unterstreichen.
Zu den Nebenfiguren gehört Lobo, ein zynischer Söldner, gespielt von Jason Moma, der Kara und Ruthye bei ihrer Suche hilft. Seine Anwesenheit fügt eine Schicht von Fan-Service hinzu, die langjährige Comic-Enthusiasten anspricht, die ihn als eine wiederkehrende Figur in der DC-Lore erkennen. Inzwischen bringt Krem, gespielt von Matthias Schoenaerts, eine bedrohliche Präsenz in den Film, obwohl seine Motivationen weitgehend generisch bleiben und den Protagonisten mehr als ein vollkommener Antagonist dienen.
Als Teil des neu gestarteten DC Universums, das 2025 unter der Leitung von James Gunn und Peter Safran begann, zielt *Supergirl* darauf ab, das Superhelden-Genre durch die Integration verschiedener Erzähltechniken und Genres neu zu definieren. Dieser Ansatz spiegelt eine breitere Strategie wider, um eine vernetzte und dynamische filmische Welt zu schaffen, in der jeder Film zu einem größeren Erzählteppich beiträgt.
Die Rezeption des Films bei Publikum und Kritikern gleichermaßen wird wahrscheinlich die zukünftigen Entwicklungen innerhalb der DCU beeinflussen. Mit seiner Mischung aus Action, Emotion und Genre-Experimentieren repräsentiert *Supergirl* einen entscheidenden Moment in der Entwicklung des Superhelden-Kinos und signalisiert die Bereitschaft, neue kreative Richtungen zu erkunden, während die Kernwerte des DC Comics-Erbes beibehalten werden.
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