Das Formel-1-Projekt von Valencia ist zu einem Symbol für öffentliches Geld geworden, das für eine gescheiterte Infrastruktur verschwendet wurde, wobei seine einst vielversprechende Vision jetzt auf ein verlassenes Land reduziert wurde, in dem Tausende ohne Grundversorgung leben.
Mehr als 300 Millionen Euro wurden für ein Projekt ausgegeben, das zusammengebrochen ist und ein vernachlässigtes Gebiet hinterlässt, in dem fast tausend Menschen ohne fließendes Wasser, Strom oder Abfallwirtschaft überleben. Die Situation hat sich so verschärft, dass der valencianische Bürgerbeauftragte eine Untersuchung über den Mangel an öffentlichen Dienstleistungen eingeleitet hat.
Das Gebiet, das einst während der Formel-1-Rennen von Aktivitäten geprägt war, ist heute von verlassenen Autos, verrosteten Toren und verstreuten Trümmern geprägt. Die Polizei besucht selten, und wenn sie es tut, verwechseln sie die Bewohner oft mit Müllhändlern. "Sie haben uns angehalten, weil sie dachten, wir würden Müll werfen", erinnert sich Pérez. "Die Stätte, die sich in einem der teuersten Viertel von Valencia, dem Grao, befindet, war ursprünglich als hochkarätige Investition gedacht. Sie grenzt an den Hafen von Valencia, den Strand von La Malvarrosa und die Stadt der Künste und Wissenschaften. In den letzten Jahren hat sich dieses Gebiet in einen Hotspot für luxuriöse Immobilien verwandelt, deren Mieten über 1.400 Euro pro Monat erreichen.
Neben den luxuriösen Bauten entstanden jedoch auch provisorische Häuser aus Holz, Metall und Kunststoff. In diesen informellen Siedlungen wohnen Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund, darunter Migranten aus Sahara, Spanien, Marokko, Algerien und Polen. Einige leiden unter schweren gesundheitlichen Problemen wie dem Verlust von Gliedmaßen oder der Notwendigkeit einer Dialyse. In einer überraschenden Wendung hat der Stadtrat Pläne genehmigt, ein neues Wohnviertel auf der ehemaligen Rennstrecke zu bauen. Diese Entwicklung, angeführt vom Investmentfonds Atitlán, im Besitz von Roberto Centeno, Schwiegersohn von Mercadona und Aritza Rodero, wird 3.200 Häuser umfassen, von denen 708 öffentliche Unterstützung erhalten werden.
Das Projekt gilt als eines der wertvollsten in der Stadt, doch es wirft Bedenken über die Vertreibung auf. Die dort derzeit lebenden Bewohner, die den Raum trotz fehlender formeller Anerkennung zu ihrem Zuhause gemacht haben, drohen aus dem Haus gezwungen zu werden.
Eine Vereinbarung zwischen der Stadt und der Regionalregierung bedeutet, dass die Hälfte dieser Schulden durch Landkonzessionen auf die Bewohner fallen wird. Dies fügt einer Gemeinde, die bereits mit Grundbedürfnissen kämpft, eine weitere Belastung hinzu. Inzwischen entfalten sich in Barcelona ähnliche Wohnkrisen. Carmen, eine Zwei-Kind-Mutter, steht nach sieben Jahren in einer besetzten Wohnung im Stadtteil Sant Martí vor der Räumung. Ihr Vermieter, eine Firma namens Hipoges mit Sitz in Madrid, weigert sich, ihr einen sozialen Mietvertrag anzubieten und zieht es vor, Geldstrafen zu zahlen, anstatt sie unterzubringen. Ohne Alternative riskiert sie, ihr Haus und ihr Kind zu verlieren.
Ihr Fall spiegelt ein breiteres Muster wider: In Barcelona sind Notunterkünfte die primäre Antwort auf Obdachlosigkeit geworden, obwohl sie als vorübergehende Lösungen konzipiert wurden. Über 3.200 Menschen, meist Familien mit Kindern, wohnen in diesen Einrichtungen, viele bleiben mehr als sechs Monate. Die Stadt hat ihr Budget für diese Dienste erhöht, aber das System bleibt überfordert.
In der Zwischenzeit bietet die Gemeinde eine monatliche Zulage von bis zu 1.500 Euro an, aber die Suche nach erschwinglichem Wohnraum bleibt angesichts ihrer Umstände unmöglich. Die Stadt erkennt die Schwierigkeit an, erschwingliche Wohnungen zu sichern, und gibt systematische Diskriminierung aufgrund sozioökonomischer und rassischer Faktoren zu. Seit Juli 2025 haben nur 30 Familien die Notfallwohnungen erfolgreich durch dieses Programm verlassen. In ganz Spanien blockieren politische Parteien weiterhin Anfragen nach ausgewiesenen Zonen für erschwingliche Wohnungen, insbesondere in Gebieten, in denen die Immobilienpreise in die Höhe geschossen sind. Mindestens 41 solcher Anträge wurden abgelehnt, was den anhaltenden Kampf zwischen privaten Interessen und öffentlichem Wohlergehen unterstreicht.
In der Zeit, in der sowohl Valencia als auch Barcelona mit den Folgen vergangener Politiken zu kämpfen haben, werden die menschlichen Kosten immer deutlicher.
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