Dariya Derkach, eine 33-jährige italienische Athletin, gewann Gold im Triple Jump bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Birmingham und war damit der erste Sieg einer italienischen Frau in dieser Disziplin. Der Sieg kam nach Jahren des Kampfes mit Achillessehneverletzungen und einer langen Wartezeit auf die italienische Staatsbürgerschaft, die sie schließlich nach 11 Jahren im Land erhielt.
Derkch's Weg zum Erfolg begann früh, beeinflusst von ihren Eltern, ihrer Mutter, Oksana, einer ehemaligen Dreifachspringerin, und ihrem Vater, Serhij, der auch ein Athlet war. Von Kindheit an folgte sie ihren Fußstapfen und wurde schließlich Teil des italienischen Militärathletik-Teams. Trotz wiederholter Operationen an ihren Achillessehnen in den letzten Jahren setzte sie das Training fort, oft in Schmerzen, bis sie ohne Beschwerden antreten konnte.
Das emotionale Gewicht ihrer Leistung wurde durch ihre herzliche Reaktion während der Medaillenverleihung unterstrichen. Derkach sang die italienische Nationalhymne, Fratelli d'Italia, sichtlich bewegt, und beschrieb, wie das Lied sie immer tief beeinflusst. Sie sprach davon, in Italien aufzuwachsen, Pizza und Mozzarella zu essen und sich trotz anfänglicher Herausforderungen zu Hause zu fühlen. Sie erinnerte sich daran, als Kind verspottet worden zu sein, weil sie aus einem fernen Land kam, aber Freundschaft und Unterstützung durch Sport fand. Ihre erste Erfahrung mit der Zugehörigkeit kam, als sie in der Schule ein Rennen gewann, was zu Akzeptanz bei Klassenkameraden führte. Diese frühe Verbindung mit der italienischen Kultur und Gemeinschaft half, ihre Identität zu formen.
Derkachs Beziehung zu ihrer Heimat, der Ukraine, bleibt komplex. Einer ihrer Onkel väterlicherseits lebt immer noch in Kiew unter Bombardierung, während seine Frau und Tochter nach England umgezogen sind. Derkach ist nur einmal in 24 Jahren zur Passerneuerung in die Ukraine zurückgekehrt, was die Auswirkungen des Krieges auf die familiären Bindungen unterstreicht. Trotzdem hat sie sich entschieden, in Italien zu bleiben, wo sie sich verwurzelt und unterstützt fühlt. Sie betonte, dass ihre Entscheidung zu bleiben nicht nur praktisch, sondern auch zutiefst persönlich war, angetrieben von einem Gefühl der Zugehörigkeit und dem Wunsch, hier eine Zukunft aufzubauen. Ihr Streben nach der italienischen Staatsbürgerschaft war ein langer Prozess, der sowohl rechtliche Hürden als auch persönliches Engagement widerspiegelt.
Nach fast einem Jahrzehnt im Land wurde sie schließlich Staatsbürgerin, ein Meilenstein, den sie als Höhepunkt ihres Lebenswerks bezeichnete. Sie bemerkte, dass der Wechsel der Nationalität wenig Sinn gemacht hätte, wenn man ihre tiefe Integration in die italienische Gesellschaft berücksichtigt. Für sie ist das Land mehr als ein Ort, es ist ein zweites Zuhause, ein Ort, an dem sie aufgewachsen ist, Freunde gefunden hat und ihre Karriere aufgebaut hat.
Ihre Geschichte ist ein Beispiel dafür, wie Engagement, Widerstandsfähigkeit und kulturelle Anpassung zu außergewöhnlichen Erfolgen führen können. Während sie sich auf kommende Veranstaltungen vorbereitet, einschließlich der Saison 2025, konzentriert sie sich weiterhin darauf, Grenzen zu überschreiten und Italien mit Stolz zu vertreten.
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