Die vorgeschlagene Reform des deutschen Gesetzes über erneuerbare Energien (EEG) könnte den Ausbau privater Photovoltaik-Systeme behindern, so eine Analyse des Think Tanks Agora Energiewende auf der Grundlage von Berechnungen des Fraunhofer-Instituts für Solarenergiesysteme (ISE). Der derzeitige feste Einspeisepreis für kleine PV-Anlagen auf Dächern mit bis zu 25 Kilowatt würde nach dem Gesetzentwurf der Regierung abgeschafft. Stattdessen müssten die Haushalte überschüssige Solarenergie direkt auf dem Markt verkaufen oder sie nicht mehr ins Netz einspeisen. Diese Verschiebung birgt jedoch die Gefahr, dass hohe bürokratische und finanzielle Hindernisse entstehen, wodurch die Solarenergie für viele Hausbesitzer weniger rentabel wird. Kleine Wohn-PV-Systeme machen fast ein Drittel der deutschen Solarstromproduktion aus, aber ohne garantierte Erträge sinkt ihre wirtschaftliche Machbarkeit erheblich. Die Studie hebt die versteckten Kosten mit Marketingmodellen hervor, die durch die direkte Einspeisung von Haushalten in das bestehende Stromnetz bis zu insgesamt 277 Euro jährlich erhöht werden könnten.
Tendenz-Einschätzung (Mitte): Der Artikel präsentiert eine ausgewogene Analyse der vorgeschlagenen EEG-Reform, wobei sowohl der Plan der Regierung als auch die potenziellen negativen Auswirkungen auf private Solarnutzer hervorgehoben werden.
