Das 32. Sarajevo Film Festival wurde am Donnerstagabend im Nationaltheater in Sarajevo mit einer feierlichen Vorführung des historischen Dramas Očevina (übersetzt als Vater meines Vaters) des polnischen Regisseurs Paweł Pawlikowski eröffnet.
Der Regisseur Jovan Marjanović betonte während der Eröffnungsrede, dass das Festival der Meinung ist, dass die Eröffnungszeremonie eher als Einführung in die Filme dienen sollte, als sie zu ersetzen. "Wir kommen nicht hierher, weil wir gleich denken, sondern weil wir glauben, dass das gemeinsame Filmschauen wichtiger ist als je zuvor", erklärte er. Er hob die Rolle des Festivals hervor, das Publikum zusammenzubringen, das gemeinsame Erfahrungen und Offenheit begrüßt, und bemerkte, dass diese Tradition seit über drei Jahrzehnten aufrechterhalten wird. "Danke, dass Sie uns Jahr für Jahr Ihre größte Zeit, Neugier und Vertrauen schenken. Das ist unser Wert und unsere Verantwortung", fügte Marjanović hinzu.
Paweł Pawlikowski, der Regisseur von Očevina, trat nach der Zeremonie auf die Bühne. Der Film untersucht die komplexe Beziehung zwischen dem deutschen Nobelpreisträger Thomas Mann und seiner Tochter Erica im Sommer 1949 vor dem Hintergrund eines geteilten Deutschlands. Pawlikowski reflektierte über seine persönliche Verbindung zum Festival und erklärte, dass es ihm am Herzen lag und dass sein Film zum ersten Mal bei der Eröffnungsveranstaltung des Festivals 1995 gezeigt wurde, eine Ära, die er als besonders bedeutsam für die Kinematographie und Geschichte bezeichnete.
Die Eröffnungszeremonie wurde von dem Schauspieler Kerim Čutuna aus Sarajevo moderiert, der an der Akademie für darstellende Künste in Sarajevo studiert hat und für seine Rollen in Filmen wie Tabija und Deset u pola bekannt ist.
Der Preis Cineplexx wird im Rahmen des Open Air Premiers-Programms durch öffentliche Abstimmung bestimmt. Zusätzlich gibt es ein spezielles Programm zu Ehren des iranischen Regisseurs Asghar Farhadi sowie die laufende Initiative "White in Sarajevo", die das Vermächtnis von Bela Tarr durch die Arbeit ehemaliger Studenten der Filmfabrik von Sarajevo feiert.
Mehr als 700 davon waren Kurzfilme. Tataragić wies darauf hin, dass die Auswahl kühne thematische Anliegen, mutige Autorstile und Kontinuität bei der Verfolgung von Filmemachern, die ihre internationale Karriere in Sarajevo begannen, hervorhebt. Sie betonte auch die Generations- und stilistische Vielfalt, die weiter durch die starke Präsenz von weiblichen Regisseurinnen unterstützt wird, die sechs von neun Spielfilm-Auswahlen und sieben von zehn Kurzfilmen ausmachen. Tataragić bemerkte, dass die visuelle und stilistische Dominanz in der Region immer noch auf den Realismus neigt, obwohl Autoren zunehmend mit narrativen und formalen Ansätzen experimentieren und traditionelle Strukturen verändern.
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