Grifols, der größte private Betreiber von Plasmadonationszentren in Kanada, hat nach einer intensiven Kontrolle durch die Gesundheitsbehörden den Plasmasammelbetrieb landesweit eingestellt. Das Unternehmen kündigte am Mittwoch die vorübergehende Einstellung an und zitierte "unbegründete Aufmerksamkeit" für seine Praktiken, obwohl der Schritt auf eine formelle Mitteilung über die Nichteinhaltung von Health Canada folgt. Grifols betreibt 17 Zentren in sechs Provinzen und ist damit der einzige große kommerzielle Plasmasammler im Land. Die Aussetzung erfolgt inmitten von Untersuchungen des Todes von zwei Spendern, die mit seinen Winnipeg-Kliniken in Verbindung stehen, und wirft ernsthafte Bedenken hinsichtlich der Sicherheitsprotokolle und der Einhaltung der Vorschriften auf.
Die Entscheidung, den Betrieb einzustellen, wurde von Grifols freiwillig getroffen, so eine Erklärung des Unternehmens. Es betonte, dass der Schritt Zeit erlaubt, mit Health Canada und Canadian Blood Services zusammenzuarbeiten, um einen Rahmen für ein nachhaltiges Plasmasammelsystem zu schaffen. Trotz der Pause bekräftigte Health Canada, dass die Blutversorgung des Landes sicher bleibt und dass es weiterhin mit Grifols zusammenarbeiten wird, um ausstehende Probleme zu lösen, bevor irgendwelche Standorte wieder geöffnet werden können. Ein Sprecher der Bundesgesundheitsbehörde erklärte, dass die vorübergehende Schließung die Sicherheit der Blutversorgung nicht beeinträchtigt.
Health Canadas jüngste Inspektion der Grifols-Einrichtung in Winnipeg am 23. Juni enthüllte mehrere betriebliche Mängel, darunter unzureichende Aufzeichnungen, unzureichende Wartung kritischer Geräte und unsachgemäße Beurteilungen der Spenderberechtigung. Diese Ergebnisse waren Teil eines breiteren Musters der Nichteinhaltung, wobei die Agentur seit 2022 sechs Mitteilungen über Nichteinhaltung an Grifols-Kliniken in fünf Provinzen ausgestellt hat. Inspektionen, die im vergangenen Jahr durchgeführt wurden, brachten wiederkehrende Sicherheits- und betriebliche Mängel auf, darunter unsachgemäße Spenderuntersuchung, Personalmangel und mangelnde Aufsicht. Die Prüfung wurde nach dem Tod zweier junger Spender intensiviert.
Rodiyat Alabede, eine 22-jährige Universitätsstudentin, starb im Oktober 2023 nach der Plasmaspende in der Taylor Avenue-Klinik in Winnipeg. Ein anderer Spender, dessen Identität nicht bekannt gegeben wurde, starb im Januar 2024 an einem anderen Grifols-Standort in der Stadt. Beide Fälle kamen erst nach Medienberichten im März 2026 in die Öffentlichkeit, die Lücken im Umgang des Unternehmens mit der Spendersicherheit aufdeckten. Laut einem Bericht von Health Canada reagierten einige Mitarbeiter nicht angemessen auf Alarmsignale auf Spendemaschinen, und bestimmte Spender wurden trotz potenzieller Krankheitsrisiken als berechtigt erachtet.
Health Canadas Untersuchung zu den Todesfällen kam zu dem Schluss, dass es keinen direkten Zusammenhang zwischen dem Spendenprozess und den Todesfällen gab. Die Agentur stellte jedoch fest, dass Grifols frühere Fehler nicht vollständig untersucht oder angemessene Korrekturmaßnahmen getroffen hatte. Anfang dieses Monats wurden zwei Briefe an das Unternehmen geschickt, in denen umgehende Maßnahmen zu regulatorischen Mängeln, insbesondere am Standort Taylor Avenue, gefordert wurden, aber Grifols habe Berichten zufolge nicht nachgekommen. Emilie Gauduchon-Campbell, eine Sprecherin des Gesundheitsministers Marjorie Michel, bestätigte die Ausgabe einer formellen Warnung an Grifols, nachdem sie mehrere Compliance-Bedenken festgestellt hatte.
Grifols behauptet, dass die Sicherheit von Spendern und die Integrität der Plasmasammlung nie beeinträchtigt wurden. Das Unternehmen versprach die volle Zusammenarbeit mit Health Canada und engagierte sich für einen "offenen, transparenten und kollaborativen Dialog" mit dem Regulierungsbehörde. Inzwischen haben Interessengruppen lange gegen die Praxis der Zahlung von Plasmadonoren argumentiert, unter Berufung auf ethische und gesundheitsbezogene Bedenken. Ein Familienmitglied eines verstorbenen Spenders sagte Global News, dass eine Autopsie zeigte, dass die Frau ein vergrößertes Herz hatte, was darauf hindeutet, dass der Spendenprozess ihren Körper übermäßig belastete.
Die Agentur hat keine weiteren Maßnahmen ausgeschlossen, falls das Unternehmen die regulatorischen Standards nicht einhält. Die vorübergehende Schließung stellt sicher, dass während der Untersuchungen kein Plasma gesammelt wird. Das Ergebnis dieser Überprüfungen könnte die zukünftige Politik in Bezug auf Plasmadonationspraktiken in Kanada beeinflussen und möglicherweise beeinflussen, wie solche Dienste in Zukunft reguliert werden.
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