Eine neue Studie hat ergeben, dass Vincent van Gogh, einer der berühmtesten Künstler der Geschichte, während seiner Laufbahn nur etwa 15 Prozent seiner bekannten Gemälde signiert hat. Die Forschung, die unter der Schirmherrschaft des Van Gogh Museums in Amsterdam durchgeführt wurde, wurde in einem Artikel mit dem Titel Simply Vincent: A Survey of Van Gogh's Signed Paintings von der Forscherin Julia Engelmayer veröffentlicht. Laut den Ergebnissen unterzeichnete er von etwa 840 bekannten Werken, die van Gogh zugeschrieben werden, nur 133. Das bedeutet, dass fast 85 Prozent seiner Gemälde unsigniert bleiben, eine Zahl, die faszinierende Fragen über die Einstellung des Künstlers zu seiner eigenen Arbeit und seinem Vermächtnis aufwirft.
Die Studie zeigt, dass Van Gogh seine Werke oft nur mit seinem Vornamen unterzeichnete und seinen Nachnamen wegließ. Diese Praxis war außerhalb der Niederlande besonders verbreitet, wo es den Einheimischen möglicherweise schwer fiel, seinen Nachnamen auszusprechen oder sich daran zu erinnern. Die Forschung stützt sich stark auf Van Goghs Briefe, die Einblick in seine künstlerische Philosophie und persönliche Ansichten über seine Kreationen geben. Er beschrieb seine Gemälde häufig als Übungen oder Vorbereitungen und nicht als Endprodukte, was darauf hindeutet, dass er sie eher als Teil seines kreativen Prozesses ansah als als fertige Stücke, die für die öffentliche Darstellung oder den Verkauf bestimmt waren.
Van Goghs Entscheidung, weniger Werke zu signieren, wurde deutlicher, nachdem er Mitte der 1880er Jahre nach Paris gezogen war. Während dieser Zeit wuchsen seine kommerziellen Ambitionen und er begann regelmäßig mehr Gemälde zu signieren. Als sich seine psychische Gesundheit später im Leben verschlechterte, sank die Anzahl der signierten Werke jedoch erheblich. Viele der Gemälde, die er signierte, waren Geschenke an Familienmitglieder oder Freunde, während andere im Austausch für Porträts oder andere Kunstwerke geschaffen wurden.
Dieses Gemälde zeigt zwei Unterschriften, eine kleine und kaum sichtbare, geschnitzt in van Goghs charakteristischen Stil, und eine andere große, gedruckte Unterschrift, die Russells Handschrift ähnelt. Es bleibt unklar, warum Russell die zweite Unterschrift hinzufügte, obwohl Spekulationen darauf hindeuten, dass er van Goghs Unterschrift für zu schwach oder bescheiden für die Sichtbarkeit fand. In einigen Fällen verwendete van Gogh seine Unterschrift, um bestimmte Aspekte eines Gemäldes zu betonen.
Diese bewusste Wahl unterstreicht, wie Van Gogh seine Unterschrift manchmal nicht nur als Identifikator, sondern als Kompositionselement behandelte. Trotz des relativ geringen Prozentsatzes der signierten Werke hat die Unterschrift von van Gogh ein erhebliches Gewicht in der kunsthistorischen Analyse.
Die Studie betont, dass sowohl die Anwesenheit als auch die Abwesenheit von Van Goghs Signatur einzigartig zum Verständnis seiner Werke beiträgt. Van Goghs Zurückhaltung, viele seiner Gemälde zu signieren, steht in scharfem Kontrast zu den Praktiken seiner Zeitgenossen, die ihre Werke oft häufiger signierten.
Diese Perspektive steht im Einklang mit seiner breiteren Sichtweise auf die Kunst als einen tief persönlichen Ausdruck und nicht als ein Produkt, das für den Marktkonsum gedacht ist. Die Forschung untersucht weiterhin die Nuancen von Van Goghs Unterschriftgewohnheiten, einschließlich der Variationen in der Platzierung, Größe und dem Stil seiner Unterschrift in verschiedenen Perioden seiner Karriere. Diese Details können dazu beitragen, die Chronologie seiner Werke weiter zu verfeinern und das Verständnis seiner sich entwickelnden künstlerischen Identität zu vertiefen.
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