Ein Jahr nach der Einführung erhielt die chilenische Subsecretaría de Telecomunicaciones (Subtel) fast 1.000 Beschwerden im Zusammenhang mit ihrer neuen Anti-Spam-Präfix-Verordnung. Die Mitte August 2025 eingeführte Politik verlangt, dass kommerzielle Anrufe, sowohl gewünschte als auch unerwünschte, durch spezifische Präfixe identifiziert werden müssen: 600 für angeforderte Dienste und 809 für unerwünschte Nachrichten, allgemein bekannt als Spam. Diese Maßnahme war Teil breiterer Bemühungen, die Transparenz und den Verbraucherschutz in der Telekommunikation zu verbessern. Die Verordnung stand zunächst vor Herausforderungen, als sich Unternehmen an die neuen Regeln anpassten.
Ende 2025 kündigte die Subtel-Verwaltung unter der Leitung von Unterstaatssekretärin Romina Garrido Anpassungen an, um die Verwendung des 600-Präfixes zu klären. Sie erklärte, dass diese Nummer ausschließlich für von Kunden initiierte Anrufe mit Informationen oder Support, mit Ausnahme von Verkaufsaktivitäten, reserviert werden sollte. Unterdessen blieb das 809-Präfix für Spam-Anrufe bestehen. Zusätzlich führte die Regierung Anfang 2026 ein drittes Präfix, 702, ein, das für Massenanrufe von öffentlichen Institutionen wie Ministerien, Kommunen und Krankenhäusern vorgesehen war. Die Verordnung wurde rechtlich geprüft, was zu Änderungen führte, die finanzielle Einzelhändler von der Verwendung der Präfixe ausgeschlossen haben.
Subtel stellte klar, dass bestimmte Kommunikationen, wie z. B. Einzelgespräche, die weder massenhaft noch automatisiert sind, die Verwendung dieser Präfixe nicht erfordern. Diese Ausnahmen wurden skizziert, um sicherzustellen, dass das System nichtkommerzielle Interaktionen nicht übermäßig belastet. Seit Inkrafttreten der Richtlinie hat Subtel insgesamt 925 Beschwerden registriert, die über sein Verbraucherschutzbüro (OIRS) und seine Online-Plattform eingereicht wurden. Die Daten zeigen ein Muster der Beschwerdeaktivität im Laufe der Zeit. Der erste Anstieg ereignete sich im Oktober 2025, wobei die Beschwerden knapp über 10% der Gesamtzahl ausmachten und die frühe Anpassungsphase sowohl von Bürgern als auch von Unternehmen widerspiegeln.
Ein zweiter Anstieg ereignete sich im Juni 2026, als die Aktualisierungen der Präfix-Vorschriften veröffentlicht wurden. Seit Juli ist das Beschwerdenvolumen jedoch stetig zurückgegangen, was Subtel auf die Wirksamkeit von Informationskampagnen zur Aufklärung der Öffentlichkeit zurückführt. Zu den Hauptproblemen, die in den Beschwerden genannt werden, gehören Verstöße gegen die Anforderung zur Verwendung von Präfixen, Probleme mit Massen- oder automatisierten Anrufen ohne klare Identifizierung und fortgesetzte Fälle unerwünschter kommerzieller Kontakte. Diese Bedenken unterstreichen die anhaltenden Herausforderungen bei der durchgängigen Durchsetzung der Verordnung in allen Sektoren.
Die Subtel-Agentur betonte die Bedeutung der Aufrechterhaltung offener Kanäle für die Meldung von Bürgern, um sicherzustellen, dass das System auf sich entwickelnde Bedürfnisse reagiert.
Die Einführung des 702-Präfixes im März 2027 wird voraussichtlich eine weitere Komplexitätshöhe mit sich bringen und zusätzliche Aufsicht erfordern, um Missbrauch zu verhindern.
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