Der Philosoph Jan Völker, der jetzt an der Universität für Angewandte Kunst in Wien unterrichtet, reflektiert über sein erstes Jahr dort und kritisiert den aktuellen Zustand der Identitätspolitik. Er argumentiert, dass in den letzten zwei Jahrzehnten bestimmte Formen der Unsicherheit - insbesondere solche, die mit dem Unbewussten und der Ambivalenz verbunden sind - systematisch aus dem akademischen Diskurs ausgeschlossen wurden. Dieser Ausschluss, so schlägt er vor, beruht auf dem Wunsch nach Sicherheit und Klarheit in Diskussionen, was zur Marginalisierung abstrakter, mehrdeutiger und spiritueller Elemente geführt hat. Völker warnt davor, dass dieser Trend die künstlerische Praxis bedroht, indem er sie auf Inhalte reduziert und die Komplexität und Dualität, die sinnvolle Kunst definieren, beseitigt.
Tendenz-Einschätzung (Mitte): Der Artikel präsentiert eine philosophische Kritik an der Identitätspolitik und ihrer Auswirkungen auf Diskurs und Kunst, nimmt aber keine klare ideologische Haltung ein.



