Millionen von Amerikanern sind jetzt mit einer sich verschlechternden Luftqualität aufgrund der massiven Waldbrände konfrontiert, die in ganz Kanada toben, wobei der Rauch von einigen der größten Brände Hunderte von Meilen in die Vereinigten Staaten reist. Die Situation hat sich dramatisch verschärft, insbesondere in British Columbia, wo ein sich schnell bewegendes Waldbrand in der Nähe von Summerland und Peachland eine der größten Evakuierungsereignisse des Jahres in der Provinz ausgelöst hat. Die Behörden erklärten am 8. August den Ausnahmezustand in der Provinz, nachdem mehr als 20.000 Menschen aus ihren Häusern vertrieben worden waren, als sich das Waldbrand im Bald Range unter heißen, trockenen und windigen Bedingungen schnell ausdehnte.
Eine von der BC Wildfire Service veröffentlichte Waldbrandkarte zeigt aktive Brände in weiten Teilen der Provinz, mit Konzentrationen im südlichen Inneren von British Columbia und in anderen Regionen mit erhöhter Brandgefahr.
Laut ABC News warnte der National Weather Service (NWS) vor früheren Rauchereignissen, die mit kanadischen Waldbränden in Verbindung gebracht wurden, und zwar in mehr als einem Dutzend Bundesstaaten und mehr als 100 Millionen Amerikanern. Der Rauch betrifft Teile von Washington, Oregon, Idaho, Montana, Wyoming und Colorado, wobei einige Gebiete eine ungesunde oder sehr ungesunde Feinstaubbelastung aufweisen.
Gesundheitsexperten warnen davor, dass der Rauch von Waldbränden feine Partikel enthält, die Asthma, Herzerkrankungen und andere Atemwegserkrankungen verschlimmern können und für Kinder, ältere Erwachsene, schwangere Personen und Personen mit bereits bestehenden Lungen- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen ein besonderes Risiko darstellen. In Pennsylvania haben die Auswirkungen der kanadischen Waldbrände eine neue Herausforderung für die Anwohner mit sich gebracht, die an sauberere Luft gewöhnt sind. Karen Schaeffer, die eine Kinderbetreuung in Lititz leitet, sah sich einer schrecklichen Situation gegenüber, als der Luftqualitätsindex (AQI) der Umweltschutzbehörde 270 erreichte, ein extrem ungesundes Niveau für die gesamte Stadt.
Am 17. Juli beschloss sie, alle Kinder drinnen zu halten, da sie den deutlichen Rauchgeruch in der Luft und die Notwendigkeit, ihre Sicherheit zu priorisieren, bemerkte. Ähnliche Bedingungen wurden in anderen Teilen des Staates beobachtet, wo Gemeinschaften, die zuvor von Waldbrandrauch unberührt waren, jetzt mit seinen Folgen kämpfen. Die industrielle Luftverschmutzung des Staates, die einst ein großes Anliegen war, hat sich aufgrund des Clean Air Act und des Pennsylvania Air Pollution Control Act deutlich verringert.
Die zunehmende Häufigkeit solcher Ereignisse unterstreicht die breiteren Auswirkungen des Klimawandels. Da der Planet sich weiter erwärmt, trägt die Wahrscheinlichkeit längerer Perioden extremer Hitze, trockener Vegetation und starker Winde zu häufigeren und schwereren Waldbränden bei. 9 Millionen Hektar Land sind in Kanada in diesem Jahr bisher verbrannt. Beamte warnen, dass in Teilen von British Columbia mit dem anhaltenden Sommerwetter herausfordernde Brandbedingungen bestehen bleiben könnten. Für die Amerikaner ist das Hauptrisiko möglicherweise nicht die tatsächlichen Flammen, sondern der Rauch, der nach Süden treibt und möglicherweise Millionen von Menschen beeinflusst, die weit von der Quelle der Brände entfernt sind.
Die Auswirkungen von Waldbrandrauch auf die Gesundheit gehen über das unmittelbare Unbehagen hinaus und stellen eine ernsthafte Gefahr für Menschen mit chronischen Krankheiten dar. In Chicago erlebte Lorraine Boissoneault, die an mehreren chronischen Erkrankungen leidet, nach der Exposition gegenüber Waldbrandrauch eine schwere Verschlechterung ihrer Gesundheit. Sie stellte fest, dass die Luftqualität Rekordwerte erreichte, mit einem AQI von 753, was eine "extrem gefährliche" Warnung auslöste.
Ihre Arthritis-Schmerzen verschlimmerten sich, und sie litt unter Kopfschmerzen, Halsschmerzen und brennenden Augen. Die Forschung unterstützt ihre Erfahrung, indem sie Partikel aus Waldfeuerrauch mit verschlimmerten Symptomen bei Personen mit rheumatischen Erkrankungen und anderen chronischen Erkrankungen in Verbindung bringt. Studien zeigen, dass erhöhte Partikelwerte die Symptome bei Lupus-Patienten verschlimmern und zu neuen Fällen von rheumatoider Arthritis beitragen können. Darüber hinaus kann die Exposition gegenüber hohen Partikelwerten das Risiko für die Entwicklung von Erkrankungen wie Multipler Sklerose, Parkinson-Krankheit, Diabetes und Asthma erhöhen.
Neben den direkten Auswirkungen von Rauch verändert der Klimawandel die Landschaft der Gesundheitsrisiken in tiefgreifender Weise. Zunehmende Überschwemmungen produzieren beispielsweise Schimmelpilzsporen, die Allergien, Übelkeit auslösen und Zustände wie Langzeit-COVID und myalgische Enzephalomyelitis verschlimmern können. Überschwemmungsreinigungsmaßnahmen setzen die Menschen auch schädlichen Substanzen wie Bleifarbe und Asbest aus, die beide ernsthafte Gesundheitsgefahren darstellen. Hitzewellen, die jetzt häufiger und intensiver sind, sind tödlich, wobei Schätzungen darauf hindeuten, dass allein im Juni in Europa rund 10.000 Todesfälle aufgetreten sind.
Personen mit chronischen Erkrankungen wie Herzerkrankungen, Diabetes und Schilddrüsenerkrankungen sind besonders anfällig für hitzebedingte Krankheiten. Darüber hinaus erweitern steigende Temperaturen die geografische Reichweite von Krankheitsüberträgern wie Zecken und Mücken, wodurch die Prävalenz von Krankheiten wie West-Nil-Virus, Lyme-Borreliose, Dengue, Chikungunya und Alpha-Gal-Syndrom zunimmt. Eine frühzeitige Erkennung bleibt von entscheidender Bedeutung, da eine verzögerte Behandlung zu langfristigen Komplikationen führen kann. Der Cyclosporiasis-Ausbruch, der diesen Sommer die Schlagzeilen dominiert hat, kann auch durch den Klimawandel beeinflusst werden, da der Cyclospora-Parasit bei wärmeren Temperaturen gedeiht.
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