In London wurde eine geplante Konferenz über die Anpassung an den Klimawandel aufgrund extremer Temperaturen abrupt abgesagt, was die Schwere der Situation unterstreicht. Die ursprünglich an der London School of Economics geplante Veranstaltung musste abgesagt werden, da das Kühlsystem des Gebäudes als unzureichend eingestuft wurde und eine Gefahr für die Gesundheit der Teilnehmer darstellte.
Die Hitzewelle war besonders intensiv in England, wo Rekordtemperaturen an drei aufeinanderfolgenden Tagen im Juni verzeichnet wurden. In der Grafschaft Suffolk kletterte das Quecksilber auf 37,3 Grad Celsius und brach die bisherigen Rekorde. Schulen mussten vorzeitig schließen, die Zugverbindungen waren gestört und sogar die Bahnverbindung zum Flughafen London Gatwick hatte Verzögerungen und Stornierungen. Die lokalen Behörden verhängten Wasserverbote und drohten mit Geldstrafen von bis zu 1.000 £ für Verstöße. Inzwischen meldeten die Notdienste in London am 24. Juni ihre höchste Anzahl von lebensbedrohlichen Anrufen, was auf die Belastung der öffentlichen Sicherheitsinfrastruktur hinweist.
Die Kritik an der britischen Regierung hat sich intensiviert, da die Hitzewelle weiterhin Verwüstungen anrichtet. Umweltorganisationen und parlamentarische Ausschüsse fordern robustere Maßnahmen, um die Bürger vor der zunehmenden Bedrohung durch extreme Hitze zu schützen.
Der Vorsitzende der Grünen Partei, Zack Polanski, forderte auch Notfallsicherheitsprotokolle neben Bemühungen, die Treibhausgasemissionen zu senken. Perkins bat weiter den Umweltminister um eine Klärung, wie die Regierung plant, die Temperaturvorschriften am Arbeitsplatz zu behandeln, nach Empfehlungen des unabhängigen Beratungsgremiums, des Ausschusses für Klimawandel.
Dieser Ausschuss, der die Regierung in Fragen des Klimawandels berät, warnte Anfang des Jahres davor, dass Gesetze zur Festlegung der zulässigen Höchsttemperaturen an Arbeitsplätzen erlassen werden sollten. Er betonte, dass die aufeinanderfolgenden Regierungen es versäumt haben, sich angemessen auf die Auswirkungen des Klimawandels auf das tägliche Leben vorzubereiten. Laut dem Ausschuss sollte eine der obersten Prioritäten der Regierung die Installation von Klimaanlagen in Schulen und Krankenhäusern sein, da die Infrastruktur Großbritanniens nicht für die aktuellen klimatischen Bedingungen ausgelegt ist.
Prognosen deuten darauf hin, dass bis 2050 Sommer mit einer Temperatur von 40 Grad Celsius alltäglich werden, was eine besondere Herausforderung für moderne Wohnungen darstellt, die darauf ausgelegt sind, Wärme zu speichern, anstatt sie zu verbreiten.
Emma Howard Boyd, Leiterin des National Heat Risk Committee an der London School of Economics, schätzte, dass die jüngste Hitzewelle die britische Wirtschaft aufgrund verlorener Arbeitszeiten und Infrastrukturstörungen Hunderte von Millionen Pfund kosten könnte. Sie äußerte tiefe Besorgnis über den potenziellen Verlust von Menschenleben im ganzen Land und erklärte, dass die Situation weit von der Normalität entfernt ist und sofortige Aufmerksamkeit erfordert.
Trotz der Behauptungen von Präsident Emmanuel Macron und Premierminister Sébastien Lecornu, dass bereits erhebliche Arbeit geleistet wurde, argumentieren Experten, dass die unzureichende Finanzierung den Fortschritt behindert. Lecornu kündigte an, das Budget für energieeffiziente Upgrades in französischen Krankenhäusern zu verdoppeln, räumte aber ein, dass Schulen weiterhin anfällig für extreme Hitze sind.
Lokale Führungskräfte schrieben dies den reduzierten kommunalen Budgets zu, während der Premierminister staatliche Unterstützung für die betroffenen Gebiete versprach.
Experten weisen darauf hin, dass Frankreich im Vergleich zu anderen europäischen Ländern im Allgemeinen besser auf extreme Hitze vorbereitet ist, aber es besteht nach wie vor ein dringender Bedarf an umfassenden Strategien, um sicherzustellen, dass alle Sektoren der Gesellschaft für den wirksamen Umgang mit zukünftigen Hitzewellen gerüstet sind. Da sowohl das Vereinigte Königreich als auch Frankreich mit diesen beispiellosen Herausforderungen zu kämpfen haben, wird die Forderung nach koordinierten nationalen und internationalen Bemühungen zur Minderung der Auswirkungen des Klimawandels lauter, wobei die Notwendigkeit proaktiver Maßnahmen zum Schutz der öffentlichen Gesundheit und der Infrastruktur vor der zunehmenden Bedrohung durch extreme Wetterereignisse hervorgehoben wird.
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