Vier Universitäten in Chile haben nach neuen Drohungen mit bewaffneten Angriffen den Unterricht vor Ort eingestellt. Der Vorfall ereignete sich am Wochenende und die Behörden identifizierten einen 22-jährigen Mann als den Verdächtigen hinter den Drohungen. Der Mann wurde in Lo Espejo, einer Gemeinde in der Metropolregion, nach einer Untersuchung unter der Leitung des Nationalen Polizei-Ermittlungsdienstes (PDI) und in Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft des Zentrums Nord festgenommen. Die Drohungen wurden online veröffentlicht, auch auf Instagram, und enthielten Hinweise auf die Durchführung eines "Massakers" mit einer Waffe und einem Messer.
Die Nachrichten veranlassten mehrere Universitäten, Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen, ihre physischen Kurse auszusetzen und die Operationen in Remote-Formate zu verlagern. Der Verdächtige, der durch internationale Zusammenarbeit identifiziert wurde, hatte keine Vorstrafen. Während der Operation betrat die Polizei sein Haus und beschlagnahmte elektronische Geräte, darunter ein Mobiltelefon, einen Laptop und andere technologische Geräte. Diese Gegenstände werden einer forensischen Analyse unterzogen, um festzustellen, ob sie zum Versenden der bedrohlichen Nachrichten verwendet wurden.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft behauptete der Verdächtige, mit einer satanischen oder terroristischen Gruppe verbunden zu sein und drohte Angriffe gegen Studenten und Mitarbeiter der Universität Santiago (Usach), der Universidad Alberto Hurtado (UAH) und der Universidad Diego Portales (UDP) zu verüben. Er verwies auch in seinen Kommunikationen auf Organisationen wie 764 und No Lives Matter. Die Droh-Nachrichten, die über Social-Media-Plattformen geteilt wurden, enthielten Bilder von Schusswaffen und Messern und waren von ausdrücklichen Warnungen begleitet. Der Inhalt alarmierte Universitätsverwalter und veranlasste sie, Campus zu schließen oder auf virtuelles Lernen umzusteigen.
Die Universidad de Santiago (Usach) schloss ihren Estación Central Campus, während die Universidad Diego Portales (UDP) ihre Bachelor- und Masterstudiengänge online verlegte. Ähnliche Maßnahmen wurden von der Universidad Alberto Hurtado (UAH) und der Universidad Academia de Humanismo Cristiano (UAHC) ergriffen. Zusätzliche Nachrichten wurden an Beamte anderer Institutionen gesendet, darunter die Universidad de los Andes, die Universidad del Desarrollo, Adolfo Ibáñez, Finis Terrae und die Universidad de Chile. Während der Untersuchung arbeitete die PDI eng mit der Cybercrime Investigation Unit zusammen, um die Identität des Verdächtigen aufzuspüren.
Der Verdächtige wurde zunächst unter dem Benutzernamen amermelao, identifiziert, und die PDI nutzte internationale Hilfe, um seine reale Identität zu bestätigen. Sobald der Verdächtige lokalisiert wurde, beantragte die Staatsanwaltschaft eine gerichtliche Anordnung für seine Inhaftierung und Einreise in seinen Wohnsitz. Der Richter genehmigte diese Anträge und erlaubte den Strafverfolgungsbehörden, die Razzia durchzuführen. Der Verdächtige hat noch keine Aussage bei den Behörden abgegeben, und weitere Gerichtsverfahren sind noch ausstehend. Die Staatsanwaltschaft stellt immer noch fest, ob die bedrohlichen E-Mails tatsächlich von den Geräten gesendet wurden, die während der Durchsuchung beschlagnahmt wurden.
Ein wichtiger Punkt der Untersuchung besteht darin, zu überprüfen, ob der Verdächtige Software verwendet hat, die in der Lage ist, sich über verschiedene IP-Adressen oder virtuelle private Netzwerke (VPNs) zu verbinden und möglicherweise seinen Standort zu verschleiern. Dies könnte die Bemühungen um die direkte Verantwortung für die Bedrohungen erschweren. Darüber hinaus wird derzeit geprüft, ob die mit dem Verdächtigen verbundenen Social-Media-Konten verwendet wurden, um die Herkunft der Nachrichten zu verschleiern, was es schwieriger macht, ihn endgültig zu identifizieren. Trotz der durch die Bedrohungen verursachten Störungen bekräftigte die Unterministerin für Hochschulbildung, Fernanda Valdés, dass der Schwerpunkt auf dem Schutz der akademischen Gemeinschaften und der Gewährleistung der Kontinuität der Bildungsdienste liegen muss.
Sie betonte die Bedeutung der Aufrechterhaltung der Sicherheit bei gleichzeitiger Unterstützung der institutionellen Stabilität. Während der Fall voranschreitet, wird das Rechtssystem weiterhin das Ausmaß der Beteiligung des Verdächtigen und die möglichen Konsequenzen seiner Handlungen bewerten. Das Ergebnis dieser Untersuchung kann die zukünftige Politik in Bezug auf Online-Bedrohungen und Campus-Sicherheit in Chile beeinflussen.
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