Eine prominente Persönlichkeit innerhalb der italienischen organisierten Verbrechergruppe, die als "Ndrangheta" bekannt ist, wurde in Spanien verhaftet. Der als Domenico Paviglianiti identifizierte Mann, auch "Don Mico" genannt, wurde von der spanischen Polizei nach einer umfangreichen Untersuchung festgenommen, die gemeinsam mit italienischen Behörden durchgeführt wurde.
Die Festnahme erfolgte in Soria, einer Stadt etwa 200 Kilometer nordöstlich von Madrid. Paviglianiti soll der Anführer des Paviglianiti-Clans gewesen sein, der in San Lorenzo, einer Region in Kalabrien, Süditalien, ansässig ist.
Domenico Paviglianiti steht vor mehreren Anklagen, darunter Gewaltverbrechen, Drogenhandel und Geldwäsche. Wenn er verurteilt wird, könnte er bis zu 19 Jahre Gefängnis erleiden. Diese potenzielle Strafe unterstreicht die Schwere der ihm zugeschriebenen Straftaten. Die spanische Nationalpolizei teilte ein Video in sozialen Medien, in dem Paviglianiti ohne Widerstand begleitet wird, wobei Beamte ihn an den Armen halten. Die Behörden erwarten formelle Verfahren, um ihn bald nach Italien zu überführen, um seine Strafe abzusetzen.
Paviglianiti hat eine lange Geschichte von rechtlichen Schwierigkeiten. Erstmals 1996 verhaftet, wurde er 1999 nach Italien ausgeliefert und verbrachte rund zwei Jahrzehnte im Gefängnis, bevor er aufgrund eines Fehlers bei der Berechnung der Dauer seiner Strafe freigelassen wurde. Er wurde 2021 in Madrid erneut verhaftet, wurde aber später freigelassen, nachdem seine Strafe abgelaufen war. Trotz dieser früheren Inhaftierungen schaffte er es, unter dem Schutz von Leibwächtern in Soria zu leben, wo er bis jetzt ein relativ ruhiges Leben führte.
Die Ndrangheta gilt als eine der einflussreichsten und gefährlichsten kriminellen Organisationen der Welt. Sie wurde während der blutigen Clankriege der 1980er und frühen 1990er Jahre berühmt, in denen etwa 700 Menschen getötet wurden. Diese Konflikte unterstrichen den tief verwurzelten Einfluss der Organisation in Süditalien und ihre Fähigkeit, über nationale Grenzen hinweg zu operieren.
Die spanischen Medien haben Paviglianiti als einen der meistgesuchten Flüchtlinge in Italien beschrieben. Seine wiederholten Verhaftungen in Spanien deuten darauf hin, dass er dort Zuflucht gesucht hatte, möglicherweise in dem Glauben, dass er der Strafverfolgung entgehen könnte. Die koordinierten Bemühungen der spanischen und italienischen Behörden deuten jedoch auf eine wachsende Entschlossenheit hin, solche Personen unabhängig von ihrem Standort vor Gericht zu bringen.
Da Paviglianiti nun in Gewahrsam ist, wird der Fokus auf das Gerichtsverfahren in Italien verlagern. Sein Auslieferungsprozess wird voraussichtlich in Kürze beginnen, gefolgt von Prozessen, die sein Schicksal bestimmen könnten. Inzwischen sendet die Verhaftung eine starke Botschaft an andere Mitglieder der Ndrangheta über die zunehmende Reichweite der Strafverfolgung.
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