Maria Scholl ist zur Interimsleiterin der Österreichischen Presseagentur (APA) ernannt worden. Diese Entscheidung wurde während einer Gesellschafterversammlung der APA am 12. Juni 2026 getroffen. Neben ihr wurde Klemens Ganner zum zweiten Geschäftsführer ernannt. Die Ernennung folgt auf die vorzeitige, gegenseitige Beendigung der Verträge mit dem ehemaligen CEO der APA, Clemens Pig, der ab 2027 zum neuen Generaldirektor der Österreichischen Rundfunkgesellschaft (ORF) gewählt wurde. Scholl, der seit 2023 das Redaktionsteam der APA leitet, wird nun als Vorstandsmitglied fungieren, während Ganner, zuvor COO der APA-Gruppe, seine neue Rolle als zweiter Geschäftsführer übernimmt.
Scholl bedankte sich für die Gelegenheit, nach zehn erfolgreichen Jahren an der Spitze der APA die Führung in der etablierten Führungsstruktur der österreichischen Nachrichtenagenturgruppe fortzusetzen.
Scholl, geboren am 25. Oktober 1984, arbeitet seit 2007 für die APA, was fast zwei Jahrzehnte Dienst bedeutet. Sie hat einen Abschluss in vergleichenden Literaturwissenschaften und Psychologie und promovierte in Leseforschungsmethoden. Seit 2010 arbeitete sie als Reporterin in Kultur und Wissenschaft, später übernahm sie Rollen wie Nachrichtenmanagerin und Stabschefin.
Ganner, geboren am 18. Mai 1976, studierte Betriebswirtschaftslehre in Wien und Illinois und trat 2003 der APA bei. Zunächst arbeitete er in der Geschäftsentwicklung und im Key Account Management, 2009 übernahm er die Leitung der Bildagentur PictureDesk, die heute als APA-Images bekannt ist. 2016 wurde er Geschäftsführer der Tochtergesellschaft APA-DeFacto, heute APA-Comm, und ist seit 2019 als Stellvertreter der Österreichischen Presseagentur tätig. 2023 übernahm er auch die Rolle des Chief Operating Officer (COO) der APA-Gruppe.
Der Übergang in der Führung der APA erfolgt inmitten breiter gefasster Diskussionen über die Zukunft des öffentlichen Rundfunks in Österreich. Ein von Raiffeisen und der Gewerkschaft vorgeschlagenes Strategiepapier schlägt vor, dass die "blaue Seite" der ORF - ihre Online-Plattform - zu einer gemeinsamen Plattform werden sollte, die von allen österreichischen Medien betrieben wird. Dieses Modell zieht Inspiration aus der APA, die als Genossenschaft unter den meisten großen österreichischen Medienunternehmen agiert. Die ORF hält derzeit den größten Anteil an dieser Genossenschaft, an der alle großen Verlage mit Ausnahme der Kronen Zeitung und Heute beteiligt sind.
Der Vorschlag zielt darauf ab, die Zusammenarbeit im Einklang mit den Leitlinien der Medienpolitik zu fördern, indem er klare Vereinbarungen, Transparenz, Einhaltung der Wettbewerbsgesetze, redaktionelle Unabhängigkeit und faire Kostenlogik betont. Das Dokument entstand aus einer Diskussionssitzung auf dem Salzburger Gipfel im Sommer 2025, an der Medienmanager sowohl des ORF als auch privater Medien beteiligt waren. Die Industrieunion hat trotz ihrer begrenzten Beteiligung am Kurier und Raiffeisen, der Anteile an mehreren Medienunternehmen besitzt, die Weiterverarbeitung des Vorschlags übernommen. Der neue ORF-Direktor, Clemens Pig, war nicht am Prozess beteiligt, wird jedoch bald das Dokument zusammen mit der Regierung erhalten.
Clemens Pig, der ab 2027 zum neuen ORF-Generaldirektor ernannt wurde, steht vor erheblichen Herausforderungen. Während eines langen Anhörungsprozesses vor dem Stiftungsrat sicherte sich Pig erfolgreich seine Position und überwand die anfängliche Skepsis. "Seine Vision beinhaltet ein Konzept für eine öffentlich-dienstliche Plattform, das Informationen, Kultur und Unterhaltung verbindet, um verschiedene Zielgruppen zu erreichen. Der rechtliche Rahmen des ORF enthält jedoch mehrere Einschränkungen, die Pig im Dialog mit der Regierung im September ansprechen will.
Pig skizzierte seine Pläne zur Umstrukturierung des ORF, einschließlich der Abschaffung der bestehenden Funkdirektorposition und ihrer Integration in sein eigenes Portfolio neben Bereichen wie Strategie, Unabhängigkeit, Budget und Implementierung.
Die Plattformabteilung wird sich auf die strategische Programmplanung über die Sendeplätze hinaus und die Entwicklung digitaler Outreach-Strategien konzentrieren.
Finanzielle Einschränkungen stellen eine erhebliche Herausforderung für den ORF dar. Die gesetzlich bis 2029 auf 15,30 Euro pro Monat eingefrorene Haushaltsabgabe, kombiniert mit einer Abnahme von 93 Millionen Euro pro Jahr ab 2027 aufgrund der Entscheidung der Regierung, die Entschädigung für verlorene Mehrwertsteuereinnahmen zu beseitigen, bedroht die Stabilität des ORF. Die derzeitige ORF-Interimsdirektorin Ingrid Thurnher hatte bereits davor gewarnt, dass diese Änderungen die Grundlagen des ORF erschüttern könnten. Pig erkennt diesen finanziellen Druck an und betont die Notwendigkeit von Reformen, einschließlich des Umschreibens des ORF-Gesetzes, um die Nachhaltigkeit und Relevanz der Organisation in der sich entwickelnden Medienlandschaft zu gewährleisten.
6 Berichte
ORF NewsStaatlich / öffentlichMitteFaktentreue 95Objektivität 90vor 16 Tagen Maria Scholl wird interimistische APA-ChefinMaria Scholl und Klemens Ganner wurden nach der vorzeitigen Beendigung der Verträge mit dem ehemaligen APA-Chef Clemens Pig, der als zukünftiger Generaldirektor des ORF gewählt wurde, zum Interimsleiter der Österreichischen Presseagentur (APA) ernannt. Scholl, der die APA seit 2023 leitet, wird als Vorstandsmitglied fungieren, während Ganner als stellvertretender Geschäftsführer fungieren wird.
Tendenz-Einschätzung (Mitte): Der Artikel berichtet über Personalwechsel innerhalb einer Nachrichtenagentur, ohne Stellung zu den beteiligten Personen oder ihrer Politik zu beziehen.
Warum diese Bewertungen (Faktentreue 95 · Objektivität 90): This brief report accurately states that Maria Scholl has been appointed as interim APA chief following Clemens Pig’s appointment as ORF director. The facts are clear and presented neutrally.
Der StandardUnabhängigMitteFaktentreue 90Objektivität 80vor 17 Tagen ORF.at soll von Österreichs Medien gemeinsam betrieben werden, schlagen Raiffeisen und Industrie vorEin von Raiffeisen und der Österreichischen Industrievereinigung vorgeschlagenes Strategiepapier legt nahe, dass ORF.at, die größte Nachrichtenwebsite des österreichischen öffentlichen Rundfunks ORF, in eine Plattform umgewandelt werden sollte, die von österreichischen Medienunternehmen gemeinsam betrieben wird.
Tendenz-Einschätzung (Mitte): Der Artikel stellt einen politischen Vorschlag vor, ohne offen jegliche politische Seite zu begünstigen, und berichtet über einen strategischen Vorschlag zur Medienkooperation und strukturellen Veränderungen in der österreichischen Medienlandschaft unter Berufung auf offizielle Quellen wie das Strategiepapier von Raiffeisen und die Industrieunion.
Warum diese Bewertungen (Faktentreue 90 · Objektivität 80): The article provides detailed information from a strategy paper by Raiffeisen and the Industrial Union, including quotes and background. It remains largely neutral but focuses more on the proposal than on potential opposition.
ORF NewsStaatlich / öffentlichMitteFaktentreue 90Objektivität 75vor 21 Tagen Pigs Pläne und HerausforderungenClemens Pig, ehemaliger Geschäftsführer der APA, wurde bestätigt, dass er nach einem 15-stündigen Anhörungsprozess durch den Gründungsrat Anfang 2027 als Generaldirektor der ORF übernimmt. Pig betonte unmittelbare Herausforderungen, insbesondere finanzielle Probleme, und bezeichnete sie als "Feuer am Dach". Er kritisierte auch "digitale Kette" im ORF-Gesetz, die er glaubt, bearbeitet werden müssen.
Tendenz-Einschätzung (Mitte): Der Artikel enthält sachliche Informationen über Pigs Ernennung und seine Aussagen, ohne offen jegliche politische Seite zu begünstigen.
Warum diese Bewertungen (Faktentreue 90 · Objektivität 75): The article presents Pig’s plans and challenges honestly, citing his interview with Ö1. However, it includes subjective commentary like 'Feuer am Dach' and implies skepticism about his ability to manage the role.
Kleine ZeitungParteinahMitteFaktentreue 85Objektivität 75vor 22 Tagen ORF-Wahl: Clemens Pig ist nach Marathonsitzung neuer ORF-ChefClemens Pig wurde nach einem Marathon-Meeting zum neuen Leiter der ORF gewählt.
Tendenz-Einschätzung (Mitte): Der Artikel berichtet über ein faktuelles Ereignis ohne offensichtliche ideologische Rahmenbedingungen oder voreingenommene Sprache.
Warum diese Bewertungen (Faktentreue 85 · Objektivität 75): The article accurately reports that Clemens Pig became the new ORF director after a marathon meeting. However, it lacks specific details about the process or context, and the tone suggests some bias toward the outcome.
Kleine ZeitungParteinahMitteFaktentreue 80Objektivität 70vor 21 Tagen Nach ORF-Wahl : Traut sich Clemens Pig, auf neue Köpfe zu setzen?Der Artikel fragt, ob Clemens Pig bereit ist, nach der Wahl der ORF neue Leute zu ernennen.
Tendenz-Einschätzung (Mitte): Der Artikel stellt eine Frage ohne eine Stellung zu nehmen oder eine voreingenommene Sprache zu verwenden.
Warum diese Bewertungen (Faktentreue 80 · Objektivität 70): The article raises questions about whether Pig will appoint new leadership at ORF but does not provide concrete evidence or context. The tone leans slightly skeptical without strong support.
KurierParteinahMitteFaktentreue 80Objektivität 65vor 21 Tagen Neue ORF-Führung: Die Chance des ScherbenhaufensClemens Pig übernimmt die Rolle des Generaldirektors bei ORF, einer Medienorganisation, die zahlreiche Herausforderungen stellt.
Tendenz-Einschätzung (Mitte): Der Artikel stellt eine neutrale Beobachtung dar, wie Clemens Pig eine kämpfende Medienorganisation übernimmt, ohne offen jegliche politische Perspektive zu bevorzugen.
Warum diese Bewertungen (Faktentreue 80 · Objektivität 65): The article contains factual elements but also includes opinionated statements such as 'Sollen wir ihm gratulieren oder sollen wir ihn bedauern?' and references political associations that Pig denies. This introduces bias into the reporting.
★
Halte die Nachrichten ehrlich.
ObjectiveNews ist leserfinanziert und werbefrei – wir zeigen dir den Bias, statt ihn zu verstecken. Unterstütze unabhängigen Journalismus für 5 €/Monat.
Unterstützer werden