Der belgische Premierminister Bart De Wever äußerte sich zutiefst enttäuscht über die Entscheidung Frankreichs und Deutschlands, die gemeinsame Entwicklung des Future Combat Air System (FCAS) einzustellen, und bezeichnete sie als "reine Dummheit". Während einer Konferenz, die von der Denkfabrik Friends of Europe in Brüssel organisiert wurde, kritisierte De Wever den Schritt als Zeitverschwendung und einen Akt der Arroganz. Er betonte, dass die europäischen Länder im heutigen geopolitischen Klima ihre Verteidigungsfähigkeiten durch gemeinsame Projekte, insbesondere in der Luftverteidigung, stärken müssen.
Die Ankündigung erfolgte, nachdem der französische Präsident Emmanuel Macron und der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz zu dem gemeinsamen Ergebnis gelangt waren, dass die Luftfahrtunternehmen Airbus und Dassault keine Einigung über den Bau des Kampfflugzeugs erzielen konnten.
Das FCAS-Projekt war seit Monaten aufgrund von Meinungsverschiedenheiten zwischen Dassault und Airbus ins Stocken geraten. Trotz des anfänglichen Optimismus, als die Initiative 2017 mit dem Ziel gestartet wurde, das Flugzeug bis 2040 in Betrieb zu nehmen, stand die Zusammenarbeit zwischen diesen beiden großen europäischen Luftfahrtunternehmen wiederholt vor Hindernissen.
Belgien ist seit 2023 als Beobachter am FCAS-Projekt beteiligt. Die vorherige belgische Regierung hat 68 Millionen Euro für Forschung und Entwicklung bereitgestellt, aber nach Angaben des Verteidigungsministers Theo Francken Anfang des Jahres wurden nur zwischen 10 und 20 Millionen Euro tatsächlich für belgische Unternehmen und Forschungszentren ausgegeben. Francken erklärte, dass Belgiens Rolle im Projekt weiterhin beobachtend sei und das Land noch keine formelle Mitteilung über die Entscheidung zur Beendigung der Initiative erhalten habe.
Trotz der Beendigung des FCAS-Projekts baut Belgien weiterhin auf bestehenden Verteidigungskapazitäten auf. Laut Francken wird sich das Land weiterhin auf die F-35 als Rückgrat seiner Luftwaffe verlassen und sich gleichzeitig auf neue Technologien wie Drohnen und die Integration von bemannten und unbemannten Systemen konzentrieren.
Die Entscheidung, das FCAS-Projekt aufzugeben, unterstreicht die Herausforderungen der internationalen Zusammenarbeit bei komplexen Verteidigungsinitiativen. Während das Projekt darauf abzielte, eine einheitliche europäische Verteidigungsfähigkeit zu schaffen, führte die Unfähigkeit der wichtigsten Partner, sich auf technische und strategische Aspekte zu einigen, letztendlich zu seinem Zusammenbruch.
2 Berichte
VRT NWSStaatlich / öffentlichMittevor 24 Tagen FCAS-Kampfflugzeug aufzugeben ist "reine Dummheit", bedauert Premierminister De WeverDer belgische Premierminister Bart De Wever kritisierte die Entscheidung Frankreichs und Deutschlands, die Entwicklung des gemeinsamen Kampfflugzeugprogramms Future Combat Air System (FCAS) zu stoppen. Er nannte es "reine Dummheit" während einer Konferenz, die von der Think Tank Friends of Europe organisiert wurde, und betonte die Notwendigkeit, dass europäische Länder ihre Verteidigung durch gemeinsame Projekte, insbesondere in der Luftverteidigung, stärken. Das Projekt wurde seit Monaten aufgrund von Meinungsverschiedenheiten zwischen dem französischen Luftfahrtunternehmen Dassault und dem deutschen Hersteller Airbus gestapelt.
Tendenz-Einschätzung (Mitte): Der Artikel enthält die Kritik des belgischen Premierministers Bart De Wever an dem gestoppenen FCAS-Projekt, ohne offen jegliche politische Seite zu begünstigen.
VRT NWSStaatlich / öffentlichMittevor 25 Tagen Frankreich und Deutschland kündigen Projekt zur gemeinsamen Bau von KampfflugzeugenFrankreich und Deutschland haben beschlossen, ihr gemeinsames Projekt zur Entwicklung eines neuen Kampfflugzeugs aufzugeben, unter Berufung auf Meinungsverschiedenheiten zwischen den Luft- und Raumfahrtunternehmen Airbus und Dassault. Das Future Combat Air System (FCAS) zielte darauf ab, die französischen Rafale- und deutschen Eurofighter-Flugzeuge zu ersetzen, wurde aber aufgrund von Streitigkeiten seit Monaten im Stich gelassen. Belgien erklärte, es sei weiterhin Beobachter des Projekts und werde seine aktuelle Verteidigungsstrategie mit dem Zentrum des F-35-Kampfflugzeugs und aufstrebenden Technologien wie Drohnen fortsetzen.
Tendenz-Einschätzung (Mitte): Der Artikel enthält sachliche Informationen ohne offen vorurteilte Sprache oder selektive Betonung.
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