Die Reformen, die vom Finanzminister Simon Harris am Donnerstag angekündigt wurden, markieren eine große Verschiebung im Ansatz des Landes zur Bekämpfung der Finanzkriminalität. Die Strategie beinhaltet eine verstärkte Überwachung der Glücksspielindustrie, strengere Regeln für Kryptowährungsgeschäfte und erhöhte Transparenzanforderungen für die Eigentumsstrukturen von Unternehmen. Diese Maßnahmen sollen Schlupflöcher schließen, die von kriminellen Netzwerken ausgenutzt werden, die illegale Gelder legitimieren wollen.
Die aktualisierte Strategie wurde nach der Veröffentlichung der Nationalen Risikobewertung 2026 vorgestellt, die ein "moderates" Bedrohungsniveau durch Geldwäsche in der Republik feststellte. Die Bewertung hob die wachsende Herausforderung hervor, die durch die Kombination traditioneller bargeldbasierter Methoden und digitaler Ansätze wie Kryptowährungen und Geldmulle-Netzwerke entsteht. Diese Taktiken haben die Aufdeckung und Störung von Finanzverbrechen zunehmend erschwert. Als Reaktion darauf hat sich die Regierung verpflichtet, bestehende Rahmenbedingungen zu stärken, um es Kriminellen schwieriger zu machen, ihre illegalen Gelder zu anonymisieren.
Zu den wichtigsten Komponenten der neuen Strategie gehört die Einführung eines "Closed-Loop"-Systems für Glücksspiel-Dienstleister, das verlangt, dass Zahlungen an Kunden mit demselben Zahlungskonto erfolgen, das für Einzahlungen verwendet wird. Diese Maßnahme soll das Risiko der Geldwäsche verringern, indem die Möglichkeit der Benutzer, Gelder zwischen verschiedenen Konten zu überweisen, eingeschränkt wird.
Dies beinhaltet einen neuen Standard für die Glücksspielbranche in Bezug auf die Akzeptanz von Kryptowährungs-bezogenen Aktivitäten als Geldquelle, um sicherzustellen, dass eine ordnungsgemäße Due Diligence durchgeführt wird, um die Legitimität dieser Gelder zu überprüfen. Um die Finanzkriminalität weiter zu bekämpfen, wird die Regierung Verpflichtungen auf Krypto-Asset-Übertragungen ausweiten, die Informationen über den Urheber und den Begünstigten jeder Transaktion erfordern. Dies steht im Einklang mit den größeren Bemühungen der Europäischen Union, die Gesetze zur Bekämpfung der Geldwäsche zu aktualisieren, die Anfang Juli nächsten Jahres in Kraft treten sollen.
Nach einer aktuellen Umfrage von PwC Ireland fühlen sich nur 43 Prozent der Finanzinstitute des Landes vollständig bereit, diese neuen Regeln einzuhalten, was die Größe der Herausforderung für Regulierungsbehörden und Branchenspieler unterstreicht.
Die irische Zentralbank wurde beauftragt, ein systematisches Verständnis dafür zu entwickeln, wie aufkommende Technologien wie künstliche Intelligenz Schwachstellen schaffen oder Möglichkeiten für verbesserte Gegenmaßnahmen gegen Finanzkriminalität bieten können. Die Regierung hat auch Bedenken hinsichtlich der laufenden internationalen Untersuchung der Struktur des in Dubai ansässigen Kinahan-Kartells geäußert. Die irischen Behörden kooperieren mit ausländischen Strafverfolgungsbehörden, um ein klareres Bild von den Vermögenswerten des Kartells zu erhalten, mit dem Ziel, bei der Beschlagnahme illegaler Gelder zu helfen.
Diese Bemühungen spiegeln die breitere internationale Konzentration auf die Bekämpfung der transnationalen organisierten Kriminalität und ihrer finanziellen Infrastruktur wider. Zusätzlich zu diesen Maßnahmen enthält die Strategie Bestimmungen für die obligatorische Offenlegung der endgültigen wirtschaftlichen Eigentümer und Verantwortlichen aller Kommanditgesellschaften. Dieser Schritt zielt darauf ab, komplexe Unternehmensstrukturen zu demontieren, die Kriminelle häufig verwenden, um ihre Identität zu verschleiern und der Kontrolle zu entgehen. Die Regierung hat auch Gespräche über einen neuen Rahmen begonnen, um parallele Untersuchungen der Geldwäsche neben Steuer- oder Verbrauchsteuerverstößen zu ermöglichen und die Wirksamkeit der Strafverfolgungsmaßnahmen zu verbessern.
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